Lokführerstreik führt zu Problemen auf der Schiene

Der Streik der autonomen Gewerkschaft der Lokführer, die vor allem frankophone Zugführer vertritt, hat Auswirkungen auf das gesamte Schienennetz. Insbesondere Wallonien ist von dem Streik betroffen. Dort wurden zahlreiche Züge gestrichen.

In Flandern ist die Situation etwas besser, allerdings fuhr auch von Ostende aus kein einziger Zug ab. Einige Züge zur morgendlichen Hauptverkehrszeit in Gent und Hasselt fielen ebenfalls aus.

Der Minister für Staatsbetriebe Jean-Pascal Labille hält den Streik der Gewerkschaft für überzogen. 

Er entschuldigte sich zunächst bei den Fahrgästen für die Probleme, die der Streik verursache und fügte dann hinzu: "Ich denke, dass der Streik heute ein bisschen übertrieben ist. Die anderen Gewerkschaften, die großen Gewerkschaften, stehen nicht hinter dem Streik und ich denke, dass Sozialverhandlungen der beste Weg sind, um zu einer Lösung zu finden."

Im RTBF-Radio sagte der Minister, dass der Streik die letzte Waffe sei und er erinnerte daran, dass 5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt wurden, um die Sicherheit auf der Schiene zu verbessern.

Die autonome Lokführergewerkschaft protestiert gegen den neuen Fahrplan der Bahn, der am 15. Dezember in Kraft treten soll. Das Problem laut der Gewerkschaft seien die Ruhepausen für die Lokführer, die zu kurz bemessen würden. Außerdem kritisieren sie ein neues Gerät, das die Müdigkeit der Lokführer während der Fahrt registrieren soll.

Diese Tests, so der Minister noch, gehörten zu besagten Maßnahmen zur Verbesserungen der Sicherheit auf den Schienen.

Die großen Gewerkschaften beteiligen sich nicht an dem Streik. Sie wollen die Verhandlungen mit der Bahn-Direktion fortsetzen.

Der Streik der autonomen Lokführergewerkschaft dauert noch bis Mittwochfrüh 3:00 Uhr.

Besonders viel Verkehr auf den Straßen

Aufgrund des Streiks hat sich am Dienstagmorgen der Stau auf den Straßen besonders früh gebildet. "Wer keine andere Alternative hatte, ist mit dem Auto gekommen und früher von zu Hause abgefahren", erklärt Hajo Beeckman vom flämischen Verkehrszentrum.

"Wie das auch der Fall bei anderen, ähnlichen Streikaktionen ist, sind die Straßen an so einem Streiktag besonders verstopft." 

Nicht nur in Wallonien bildeten sich am Morgen lange Autoschlangen, auch in Flandern waren die Staus länger als üblich. Gegen 8.15 Uhr betrugen die Staus zwischen 260 und 270 km. Das sind fast 100 km mehr als an einem normalen Arbeits-Dienstag. In ganz Belgien gab es gut 340 km Stau.

Gegen 8.30 Uhr war der Stauhöhepunkt vorüber. Es muss auch mit abendlichen Staus gerechnet werden. Dieser soll früher beginnen als üblich. Beeckman rechnet damit, dass sich am heutigen Dienstagabend vor allem in Brüssel früher als sonst lange Autoschlangen bilden werden.