Premier Di Rupo: Anzeige nach Cyberspionage

Premierminister Elio Di Rupo (PS) hat vor Gericht eine Klage eingereicht, bei der es sich um zwei Vorfälle von Computerspionage handelt. Mitte letzten Jahres gab es einen schweren Hackervorfall in seinem Computernetzwerk und im vergangenen Monat wurde ein zweiter gleichartiger Vorgang aufgedeckt.

Dies ist das erste Mal, dass gerichtliche Ermittlungen nach Hackingvorfällen am belgischen Regierungssitz in der Wetstraat 16 in Brüssel geführt werden. Bei den zu untersuchenden Vorfällen geht es um einen schweren Einbruch in das Computernetzwerk von Regierung und Premier im August 2012 und um einen zweiten Hackerangriff, der am 16. Oktober dieses Jahres entdeckt wurde.

Wie erst jetzt bekannt wurde, reichte Premier Di Rupo bereits am 21. Oktober Klage in diesem Zusammenhang ein, wie ein Regierungssprecher angab: „Es handelt sich beim zweiten Vorgang um einen Angriff von einem anderen Kaliber. Der letzte Angriff hatte lediglich zum Ziel, unsere Computer lahmzulegen. Beim ersten Vorfall allerdings handelte es sich um Software, die unsere Inhalte ausspionieren sollte.“

Die Spionage-Software, die bei der ersten Attacke auf den Premier entdeckt wurde, weist deutliche Ähnlichkeiten mit Angriffen auf das belgische Außenministerium und auf die Computer von Außenminister Didier Reynders (MR) auf. Hier laufen bereits Ermittlungen seit Anfang 2012.

Über den Inhalt der Angaben, die möglicherweise bei den Angriffen auf die belgischen Regierungsinstanzen abgeschöpft werden konnten, wurde nichts bekannt und wer hinter diesen Cyberangriffen steht, ist ebenfalls noch undeutlich. Beweise für Meldungen, dass der Server, über den die Hackerangriffe erfolgten, in Hongkong stehen soll, liegen bisher offenbar noch nicht vor.

AP2002