Tempokontrollen mit Hubschraubern?

Die belgische Polizei erwägt, Geschwindigkeitskontrollen an Orten, an denen Radarmessungen nicht möglich sind, mit Hubschraubern durchzuführen. Eine der Verkehrsachsen, an denen die Polizei nicht blitzen kann, ist der Viadukt von Vilvoorde am Brüsseler Ring. Die belgische Polizei orientiert sich an der Idee an den Kollegen aus Spanien, die bereits derart vorgeht.
BELGA/DESPLENTER

Hauptkommissar Koen Ricour von der Brüsseler Polizei ist derzeit mit einer entsprechenden Kosten-Nutzen-Analyse beschäftigt, sagte aber am Mittwochmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass seine Kollegen in Spanien bereits seit Dezember 2012 die Geschwindigkeit der Autofahrer auf bestimmten Autobahnbereichen per Hubschrauber kontrolliere.

Doch will die belgische Polizei Hubschrauber zur Tempomessung nicht nur einsetzen, wo dies auf andere Art und Weise nicht möglich ist. Ein weiteres Problem ist für die Polizei auch, dass mobile Blitz-Einheiten oftmals schon nach 10 Minuten keinen Effekt mehr haben, weil Autofahrer den Medien, insbesondere den Radiosendern, die Kontrollpunkte sofort melden. Ein Hubschrauber, so der Hauptkommissar, könne schnell seinen Einsatzort wechseln und sei auf einem großflächigen Gebiet einsetzbar.

Verkehrsfachleute, wie der Wissenschaftler Johan De Mol von der Universität von Gent (UGent), halten von Radar-Hubschraubern allerdings nichts. De Mol plädiert eher für die so genannte ‚Trajekt-Kontrolle‘, bei der die Geschwindigkeit von Fahrzeugen innerhalb einer bestimmten Distanz gemessen wird: „Die klassischen Techniken, wie die Trajekt-Kontrolle, sind viel einfacher zu installieren. Es ist unbegreiflich, dass man das am Viadukt von Vilvoorde noch nicht gemacht hat. Schließlich ist das auch dort sehr einfach einzurichten.“