Pensionierter König Albert will mehr Geld

Der zurückgetretene König Albert II. hat die Regierung gebeten, einige seiner Unkosten zu übernehmen. Seit seinem Rücktritt ist seine Dotation stark gekürzt worden. Bei mehreren flämischen Politikern stößt dieser Vorstoß von Albert auf harsche Kritik.

Seit seinem Rücktritt verfügt Albert über eine Dotation in Höhe von 923.000 Euro. Darauf muss er Steuern zahlen. Am Ende seiner Regierungszeit als König bekam er noch 11,5 Millionen Euro. Die Dotation ist gesetzlich verankert. Diese abzuändern, ist äußerst schwierig. Dafür wäre eine Abstimmung im Parlament nötig, wodurch wiederum unschöne politische Diskussionen um das Thema geschürt würden.

König Albert soll seinem Umfeld signaliert haben, dass er Premier Elio Di Rupo (PS) und einige Vizepremiers gefragt habe, ob nicht der belgische Staat einen Teil seiner Unkosten übernehmen könne. Der Staat soll den Unterhalt und die Heizkosten seiner Residenz, also vom Schloss Belvédère, bezahlen oder das Benzin für die Jacht des Königs. Die Dotation reiche dafür nicht mehr aus, heißt es.

Weder das Königshaus noch das Umfeld von König Albert wollten jedoch diese Nachricht gegenüber Le Soir bestätigen oder abstreiten. Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass auf die Bitte des Königs in Zeiten budgetärer Engpässe eingegangen wird.

"König soll seine Ferien gefälligst selbst bezahlen"

Die Reaktion einiger flämischer Politiker ist eindeutig. Für sie ist klar: Die Bitte des Königs sei sonderbar und eigentlich jenseits von gut und böse, so der Königshaus-Experte Pol Van Den Driessche (N-VA), der als ehemaliger Senator an der Dotationsregelung beteiligt war und der Parlamentarier Theo Francken (N-VA) im VRT-Radio. "Seine Ferien muss er - wie Sie und ich - mit seinem eigenen Geld bestreiten können", heißt es.

Allgemein wird angenommen, dass der König das Geld für seine Auslandssitze in Châteauneuf de Grasse, Rom und Paris nötig habe. Der König bekomme noch immer eine ordentliche Dotation. "An seiner Sicherheit verändert sich nichts. Es geht also offenbar um seinen Urlaub." Pol Van Den Driessche kann sich nicht vorstellen, dass der König hierfür keine Ersparnisse habe.

Auch der N-VA-Abgeordnete Theo Francken hält die Bitte von Albert für besonders unverschämt. Albert gehöre zu einer der reichsten Familien des Landes. Francken rechnet damit, dass es in der Regierung in Sachen Hilfe für Albert wieder zu Diskussionen zwischen den Niederländischsprachigen und den Französischsprachigen kommen werde. Albert habe in seiner Weihnachtsbotschaft alle dazu aufgefordert, zu sparen. Er solle gefälligst damit selbst bei sich anfangen. Von der Regierung verlangt Francken Klarheit darüber, wie die Regelung über zusätzliche Kosten jetzt genau aussehe.