Schnüffelte Belgacom in Mails von Journalisten und Politikern?

In der Diskussion darüber, ob Belgacom in Mailboxen von dem Unternehmen gegenüber kritischen Politikern und Journalisten herumgeschnüffelt habe oder nicht, hat sich jetzt der Minister für Staatsbetriebe Jean-Pascal Labille (PS) (Foto) zu Wort gemeldet. Den Vorwurf der "Spionage" bei Politikern und Journalisten, den der flämische christdemokratische Parlamentarier Roel Deseyn gegenüber dem Telekomunternehmen Belgacom gemacht habe, müsse dieser erst einmal schwarz auf weiß beweisen, so der Minister.

Belgacom selbst bezeichnet die Vorwürfe des CD&V-Kammerabgeordneten Roel Deseyn über Schnüffeleien in Mailboxen bei kritischen Politikern und Journalisten als "völlig aus der Luft gegriffen". Wer derartige Anschuldigungen äußere, dem müsse auch klar sein, dass er sich möglichen juristischen Schritten aussetze, warnte der Belgacomsprecher Jan Margot. "Belgacom respektiert die Privatsphäre seiner Kunden", so Margot noch im VRT-Fernsehen.

Der Parlamentarier Roel Deseyn hatte in De Morgen behauptet, dass er keine Mails und SMS mehr via Balgacom versende. Er habe Kenntnis von seltsamen "Vorgehensweisen in dem Unternehmen", zum Beispiel, dass in Mailboxen von kritischen Politikern und Journalisten hermugeschnüffelt würde.

"Ich halte das für ein wenig eigenartig", reagiert der Minister für Staatsbetriebe Labille, der auch für Belgacom verantwortlich ist. "Ich habe keinen einzigen Beweis vorliegen. Herr Deseyn muss jetzt eine Erklärung abgeben. Belgacom hat bereits angekündigt, mehr Informationen über Cybersicherheit zu geben. Wir werden sehen, ob das stimmt."

Deseyn erzählte im VRT-Radio am Donnerstagfrüh, dass er keine konkreten Anschuldigungen vorlegen könne, aber er habe ausreichende Hinweise, um eine ernstahfte Warnung aussprechen zu können.