Über Los von CEO bei Belgacom entscheidet der Ministerrat

Der CEO von Belgacom, Didier Bellens, hat am Freitag rund eine Stunde mit dem Minister für Staatsbetriebe, Jean-Pascal Labille (PS), zusammengesessen. Nach Ablauf des Gesprächs wollte Bellens nicht viel Kommentar geben. Ihm zufolge werde sich Labille jetzt erst einmal mit dem Minsiterrat beraten. "Und dann werden wir den nächsten Schritt sehen", hieß es noch. Labille wird jedenfalls nicht selbst über das Los von Belgacoms Spitzenmanager entscheiden.

Der Druck auf den Posten von Bellens hat sich in den letzten Tagen weiter verstärkt, insbesondere nach einigen neuen kontroversen Äußerungen des CEO von Belgacom.

So hat er Premier Elio Di Rupo mit einem "kleinen Kind" verglichen, das "sich jedes Jahr an den Nikolaus wende", weil ihn der Premier nur am Jahresende anrufe, um zu hören, ob Belgacom eine Dividende ausschütte.

Der Vizepremier Didier Reynders (MR) forderte am Freitag die Entlassung von Bellens, "wenn das möglich ist". In Regierungskreisen ist unterdessen zu hören, dass eine Kündigung durch den zuständigen Minister nicht so einfach ausgesprochen werden könne.

Falls man sich tatsächlich für eine Kündigung entscheiden sollte, wäre dafür sowieso ein Ministerrat nötig.

"Nächste Woche wird der Ministerrat entscheiden", sagte Minister Labille am Freitag nach Ablauf des Gesprächs mit Bellens und dem Belgacom-Vorsitzenden Stefaan De Clerck. Labille wiederholte auch, dass er die jüngsten Äußerungen von Bellens scharf kritisiere.

Auch Bellens zufolge, der von einer "normalen Diskussion" sprach, werde Labille jetzt erst einmal Rücksprache mit seinen Ministerkollegen halten. Es wäre jedoch gut für Belgacom, um nun zur Tagesordnung zurückzukehren, beschloss er.

Minister Labille erwähnte nach dem Gespräch am Freitag noch, dass er die Diskussionen um Bellens "leid" sei. "Belgacom ist ein sehr wichtiges Unternehmen für die belgische Wirtschaft und ein wichtiges Aushängeschild", betonte er. Der Betrieb muss also schnell wieder zu seinem "core-business" übergehen können, auch um sich für die technologischen Herausforderungen der Zukunft rüsten zu können.

Die Regierung  werde jedenfalls "alle Elementen" betrachten, um nächste Woche zu einer Entscheidung zu kommen, so der Minister, der auch noch bemerkte, dass Belgacom bislang "gut geführt" worden sei.