Bringt Bellens seine Schäfchen ins Trockene?

Der politisch umstrittene CEO des staatlichen Telekommultis Belgacom, Didier Bellens, hat einmal mehr für eine Überraschung gesorgt. Nach dem er sich vor dem zuständigen Parlamentsausschuss für ungebührliche Aussagen gegenüber Bundespolitikern, faktisch also seinen Hauptaktionären, verantworten musste, beförderte er jetzt seine persönliche Assistentin.

Belgacom-CEO Didier Bellens sorgt weiter für Schlagzeilen. Offenbar handelt der politisch mittlerweile äußerst umstrittene Manager jetzt nach dem Motto: „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert!“.

Nach Meldungen der belgischen Wirtschaftszeitungen „De Tijd“ und „L’Echo“ hat er noch am Freitagabend, also nur kurz nach seinem Erscheinen vor einem Parlamentsausschuss wegen Beleidigung u.a. in Richtung Premier Elio Di Rupo (PS), seine persönliche Assistentin Sandrine Nelissen-Garde zur Direktorin des Belgacom-Geschäftsbereichs Public Affairs gemacht.

Damit stellt sich jetzt bei den Berichterstattern in den Medien und nicht zuletzt auch bei den zuständigen Politikern, die ihn wohl bald absetzen werden, die Frage, ob Bellens noch schnell seine Schäfchen ins Trockene bringen will oder ob er einen raschen Rauswurf bei entsprechender Entlassungsprämie provozieren will.

Auf jeden Fall ist Sandrine Nelissen-Garde erst seit kurzem die persönliche Assistentin von Belgacom-CEO Bellens. Die Öffentlichkeit wurde auf sie aufmerksam, als sie ihren Chef bei den verschiedenen Ausschuss-Vorladungen ins Bundesparlament begleitete und ihm dort zur Seite stand, als er zu Interessenkonflikten und zu seinen abschätzigen Bemerkungen über Politiker befragt wurde.

Ab sofort scheint sie u.a. für die Kontakte des Telekommultis mit der zuständigen Politik zuständig zu sein. Beobachter vermuten, dass Bellens sie vor seiner Kündigung noch schnell finanziell im Sinne eines „goldenen Handschlags“ absichern will, denn es wird gemutmaßt, dass sie ebenfalls Belgacom verlassen muss, wenn ihr Chef von der Regierung gefeuert werden sollte.