Unis gegen Anerkennung der Osteopathie

Sechs Universitäten haben sich negativ zu Plänen von Belgiens Gesundheitsministerin Laurette Onkelinx (PS - kleines Foto) geäußert, nach denen Osteopathie als medizinischer Beruf anerkannt werden soll. Nach Ansicht von Universitätsprofessoren und Ärztevereinigungen fehlt für einen solchen Schritt der wissenschaftliche Beweis für die medizinischen Grundlagen der Osteopathie.
Image 01600411 MediaforMedical Copyright / UNIVERSAL IMAGES GROUP / REPORTERS

Mediziner von sechs Universitäten haben der Gesundheitsministerin ein Schreiben zukommen lassen, in dem sie den Plänen zur offiziellen Anerkennung der Osteopathie als medizinischen Beruf eine Absage erteilen. Sie werden dabei von verschiedenen Ärztevereinigungen im Land unterstützt.

Osteopathie ist eine manuelle Behandlungen, die sich auf die Muskeln und auf den Knochenbau der Patienten konzentriert, um gezielt Blockaden zu lösen. Doch diese Behandlungsmethode sei als Therapie nicht ausreichend wissenschaftlich fundiert, so die Mediziner.

Professor Paul van Royen von der Universität Antwerpen sagte dazu gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion, dass die Schulmedizin momentan auf ausreichend wissenschaftlichen Beweisen fundiere: „Eine Behandlung, die im Vergleich zu einer anderen Therapie den Unterschied macht, muss mehr Heilung bringen. Das ist für die Osteopathie in diesem Augenblich unzureichend bewiesen.“

In Belgien arbeiten derzeit rund 1.600 Osteopathen. Um vom belgischen Gesundheitsministerium offiziell anerkannt zu werden, müssen sie eine Basisausbildung vorweisen können, sie müssen von ihrem eigenen Berufsverband anerkannt sein und sie müssen jährlich mindestens 500 Patientenkontakte vorweisen können.