Waffenstillstand: Zum Ende des Großen Krieges

An jedem 11. November gedenkt Belgien dem Ende des Ersten Weltkriegs, der sich zu großen Teilen hier abgespielt hat. Inzwischen ist der Waffenstillstandstag aber zum Gedenktag für die Opfer aller Kriege geworden, die nach 1914 ausgebrochen sind. In ganz Belgien werden auf den Soldatenfriedhöfen und an den Denkmalen für „Unbekannte Soldaten“ Kränze niedergelegt und Zeremonien erinnern an die Ereignisse.

Vor fast 100 Jahren kamen Soldaten aus allen Teilen der Welt nach Belgien, um hier zu kämpfen und um hier, zum Beispiel auf den Schlachtfeldern in Flandern, ihr Leben zu lassen. Soldaten aus allen Ländern des Commonwealth kämpften Seite an Seite mit britischen, französischen und belgischen Soldaten gegen die Deutschen. Und auch aus den Kolonien Frankreichs und Belgiens kamen Soldaten hierher, um zu kämpfen.

Der Höhepunkt der Gedenkfeiern an das Ende des Ersten Weltkriegs findet stets in Ypern statt, wo unter dem Menentor das tägliche Last Post zu erleben ist. Auch in diesem Jahr waren wieder Vertreter aller beteiligter Länder dabei: Botschafter, Minister oder Vertreter der Königshäuser Belgien, aus England, aus Frankreich, aus Kanada, aus Südafrika, aus Indien aber auch aus Deutschland.

Flandern vermittelt auf beeindruckende Weise das Grauen des Krieges. Hier, vor allem in Westflandern, waren die meisten Ortschaften völlig zerstört. Hier finden sich dutzende Soldatenfriedhöfe. Hier müssen auch heute noch fast wöchentlich Granaten und Bomben aus dieser Zeit entschärft werden. Hier werden immer noch ab und zu menschliche Überreste von gefallenen Soldaten gefunden, die man unter größter Mühe versucht, zu identifizieren.

In den mittlerweile weltweit bekannten westflämischen Städten und Dörfern Ypern, Langemark, Passendaele oder Diksmuide verlor rund eine halbe Million Soldaten zwischen Mai 1914 und November 1918 das Leben. Der 11. November ist aber nicht nur in Belgien ein ganz besonderer Feiertag. Auch in Großbritannien und in Frankreich wird dieser Feiertag begangen.