Auch Belgien will Assads Giftmüll nicht haben

Assads Chemiewaffen-Arsenal soll außer Landes gebracht und zerstört werden. Bisher will niemand die Zerstörung der Chemiewaffen im eigenen Land übernehmen, auch Belgien nicht. Der belgische Verteidigungsminister Pieter De Crem will zwar bei der Zerstörung der gefährlichen syrischen Kampfstoffe helfen, ist aber nicht bereit, die Waffen nach Belgien transportieren zu lassen, um sie dann hier zu vernichten. Das sagte er am Montagmorgen im VRT-Radio.
AP2013

Schon seit einiger Zeit ist bekannt, dass Belgien gefragt wurde, bei der Zerstörung des chemischen Waffenarsenals in Syrien zu helfen. Einigen Medien zufolge zirkuliere die Idee, solche Waffen nach Belgien zu bringen und hier zu zerstören.

Minister De Crem zufolge sei die Frage noch nicht offiziell gestellt worden. Albanien, das fast bei Syrien um die Ecke liegt, wurde hingegen gefragt, aber Tirana hat mit einem klaren Nein geantwortet. Sollte De Crem diese Frage also doch noch offiziell gestellt bekommen, so ist auch er geneigt, nicht mit "Ja" zu antworten.

"Ich will bei der Zerstörung helfen, aber das hierzulande durchzuführen, ist weder kurz- noch langfristig möglich, denke ich", so De Crem. Er ist überzeugt, dass die belgische Armee bei der Inventur der syrischen Chemiewaffen helfen könne und findet, dass "wir auch unseren Einsatz bei der Neutralisierung anbieten können". "Aber ich denke, dass die Zerstörung am besten in der breiten Umgebung von Syrien erfolgt. Der Transport dieser Waffen ist bereits ein schwieriges Unterfangen."

Außerdem weiß man hier in Belgien: "Die belgischen Minenexperten sind stark beschäftigt, zum einen im Libanon (...) und zum anderen mit der Entschärfung von Granaten aus den beiden Weltkriegen im eigenen Land." So heißt es bereits in einem Zitat des Kabinetts De Crems in der französischsprachigen Zeitung La Libre Belgique vom 18. Oktober.