120 Afghanen wieder in Begijnhof-Kirche in Brüssel

In der Begijnhof-Kirche in Brüssel sitzen mehr als 120 afghanische Flüchtlinge. Die Mehrzahl ist illegal im Land und will eine Legalisierung ihres Aufenthalts. Pfarrer Daniel Alliët fordert inzwischen einen anderen Ort der Unterkunft für die Afghanen, denn seine Kirche sei hierfür nicht geeignet, sagt er.

Seit letzter Woche halten sich über 120 Afghanen, alles Flüchtlinge, in der Begijnhof-Kirche des Pfarrers Daniel Alliët in Brüssel auf.  Die Kirche sei aber nicht für solche Aufenthalte ausgerüstet, so der Pfarrer. Ein großes Problem würde vor allem der nahende Winter darstellen.  

"Das hier ist kein Platz für Kinder, schon gar nicht im Winter. Die Kälte, keine Duschen, sie riskieren krank zu werden. Die müssen einen besseren Platz suchen. Wir suchen weiter. Ich werde sie nicht vor die Türe setzen, aber sie müssen sich einen anderen Platz suchen, um ihre Aktionen fortsetzen zu können", so der Pfarrer im VRT-Radio.

Die Afghanen müssen sich also so schnell wie möglich einen neuen, permanenten Aufenthaltsort suchen.

Die Afghanen haben am Dienstamorgen in Brüssel demonstriert

Am Dienstagmorgen haben die rund 150 von unserem Land abgewiesenen Afghanen vor dem Rat für Ausländerkonflikte in Brüssel demonstriert. Sie protestieren gegen die Art und Weise, wie sie von der belgischen Politik und der Justiz behandelt werden.

Mit der Demonstration wollen die abgewiesenen Flüchtlinge Druck auf den Rat für Ausländerkonflikte machen, um ihr Bleiberecht zu erzwingen. Der Rat ist einer der letzten juristischen Instanzen, die entscheidet, wer Aufenthaltspapiere bekommt und wer nicht.

Die Afghanen protestieren schon seit Monaten vor den Kabinetten von Politikern und vor belgischen öffentlichen Einrichtungen. Sie fordern ein Moratorium gegen jedes Abschiebungsverfahren, die Freilassung aller Afghanen, die derzeit in geschlossenen Asylheimen sitzen und ein allgemeines Aufenthaltsrecht. Sie werden in ihren Forderungen durch ein Komitee aus 50 Organisationen unterstützt.

Sie halten noch bis Mittwoch eine Aktionswoche ab, damit der Problematik in Afghanistan hier mehr Beachtung geschenkt werde, so dass die Menschen nicht zurückgeschickt würden, heißt es.