Diskussion: Wie viel kostet das Königshaus wirklich?

Eine neuer Kurzhaarschnitt von Königin Paola war am Königstag nicht die einzige königliche Überraschung in Belgien. Experten errechneten auch, dass die Monarchie rund 38 Millionen Euro kostet, viel mehr als nur die Dotationen. Jede Menge belgische Behörden haben Ausgaben aufgrund des Königshauses. Der Haushalt weist das zum ersten Mal deutlich auf. Den flämischen Nationalisten von der N-VA zufolge sei das aber noch lange nicht alles.

So wisse man nicht, wie viel eigentlich genau das Fest der Dynastie koste. Hierfür werde viel ausgegeben. Diese Kosten würden auf dem Posten des Außenministeriums verbucht. Das sei unlogisch. "Wenn man die Kosten des Königshauses allesamt in eine Tabelle schreiben will, muss man auch diese Kosten dort aufführen, um transparent zu sein", so der Parlamentarier Theo Francken von der N-VA, der in der Opposition in der Kammer sitzt.

Premier Elio Di Rupo unterstrich in diesem Punkt: "Ich sage ja nicht, dass das ein perfektes System ist. Vielleicht muss hier und dort etwas hinzugefügt werden. Es ist jedoch das erste Mal, dass wir die Kosten auflisten wollten und das jetzt auch gemacht haben."

Die Dotationen sind reformiert worden: Die Eltern, Tante, Bruder und Schwester von König Philippe müssen seit neuestem auch Steuern zahlen. Allerdings steigen nächstes Jahr die Dotationen.

Die Dotationen seien 2013 eingefroren gewesen, aber 2014 finde in der Tat eine Indexierung der Dotationen, also eine Anpassung der Dotationen an die Preisentwicklung, statt, räumte der Premier ein.

Ein Grund für Francken, dies zu kritisieren: "Ich habe die Weihnachtsrede von König  Albert noch im Ohr als er an das Volk appellierte, dass jeder seinen Beitrag leisten müsse, um die Krise zu bewältigen. Er gab damals an, dass sein Lohn jedenfalls eingefroren worden sei. Das Jahr ist noch nicht vorbei und das Einfrieren wird schon wieder aufgehoben."

"Lassen Sie uns noch einmal diskutieren, wenn wir die Kosten anderer Staatsoberhäupter mit den unsrigen verglichen haben", konterte letztlich Di Rupo.