Steuerdruck auf belgische Unternehmen enorm hoch

Der Steuerdruck für Unternehmen in Belgien gehört weiterhin zu den höchsten weltweit. Das geht aus dem Bericht "Paying Taxes 2014" hervor, in dem PricewaterhouseCoopers (PwC) und die Weltbank die Steuersysteme von 189 Ländern analysiert haben. Auf der allgemeinen Steuerdruck-Rangliste steht Belgien auf Platz 161. Das hat PwC am Dienstag in einem Pressebericht bekannt gegeben.

PwC zufolge betrage der Steuerdruck insgesamt, die Total Tax Rate (TTR), für Unternehmen in Belgien 57,5 Prozent, ein Rückgang um 0,2 Prozent gegenüber dem letzten Jahr. Trotzdem rutscht Belgien sechs Plätze auf der Liste nach unten.

Der weltweite Durchschnitt beträgt 43,1 Prozent, der EU-weite Durchschnitt 40,9 Prozent. Die Studie betrachtet nicht nur die Total Tax Rate, sondern auch die Zahl der Stunden, die ein Unternehmen nötig hat, bis es alle steuerlichen Verpflichtungen erfüllt hat und die Zahl der jährlichen Zahlungen eines Unternehmens. Diese drei Faktoren zusammen genommen, schieben Belgien auf Platz 76.

PwC sieht zwei wichtige Mittel, um den Steuerdruck zu senken: Eine Einschränkung der Staatsausgaben und eine Senkung der Steuern auf Arbeit. Dem Beratungsunternehmen zufolge betrügen die Staatsausgaben derzeit 55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und sollten auf 50 bis 51 Prozent gedrosselt werden. Sie lägen dann in der Umgebund des europäischen Durchschnitts. Das wären dann Einsparungen von 15 Milliarden Euro, hat die Beraterfirma errechnet.

Mit diesem Geld könnten die Lohnkosten gesenkt werden, so PwC. Die Steuern auf Arbeit betragen in Belgien 50,3 Prozent der TTR. Sie liegen also weit über dem EU-Durchschnitt von 26,24 Prozent, so die Beraterfirma noch. "Das ist schlecht für die Wettbewerbsfähigkeit und das Wirtschaftswachstum in unserem Land", heißt es.

Außerdem plädiert PwC noch für einen weiteren Abbau der Verwaltung.