Personalabbau bei der belgischen Bahn?

Offenbar will die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB ab 2018 mit rund 1.500 Mitarbeitern weniger funktionieren. Die flämische Wirtschaftszeitung de Tijd meldete am Mittwoch, dass ein entsprechender Businessplan in den Direktionen der Bahn die Runde macht.

Der Plan zum Personalabbau bei der NMBS/SNCB sieht offenbar vor, beim Infrastruktur-Verwalter Infrabel zirka 800 Stellen zu streichen und bei der NMBS/SNCB weitere 700. Ab 2014 wird die belgische Bahn nach ihrer Reform nur noch mit zwei Geschäftsbereichen arbeiten. Die überkuppelnde Holding wird abgeschafft.

Derzeit arbeitet die belgische Bahn mit einem Personalbestand über 34.500 Ganztagsstellen. Die Tatsache, dass die Bahn auf absehbare Zeit mit einem Personal-Überbestand rechnen muss, ist die Folge von einigen Entwicklungen.

So werden stets mehr Stellwerke abgeschaltet und auf einige wenige elektronische Zentren konzentriert, in den Unterhaltswerken für den Fahrzeugpark wird derzeit mit höherer Produktivität gearbeitet und nicht zuletzt wird bei der Güterabteilung der Bahn, NMBS/SNCB Logistics, eingespart.

Die Zahl von bis 2018 abzubauenden 1.500 Stellen wird bei der Bahn derzeit nicht dementiert. Doch Gerüchte über einen Nettoabbau von bis zu 4.000 Jobs innerhalb der kommenden fünf Jahre werden von dort aus deutlich zurückgewiesen.

Hoher Altersdurchschnitt

Auf den zweiten Blick geht es bei diesem mittelfristigen Personalabbau aber nicht um Entlassungen, sondern um eine andere Handhabung der Beschäftigungspolitik. Viele Mitarbeiter der Bahn haben derzeit das Rentenalter erreicht oder stehen kurz davor und müssen ersetzt werden. Der Altersdurchschnitt bei der Bahn ist weiter sehr hoch.

Die belgische Bahn bleibt weiter einer der wichtigsten Anbieter von Arbeitsplätzen. Alleine im vergangenen Jahr wurden, wie De Tijd meldet, 1.500 neue Mitarbeiter angeworben und befinden sich derzeit in Ausbildung. Dieses Jahr werden es wohl noch mehr werden. Aber, jedes Jahr verlassen auch mehr Mitarbeiter die Bahn. Durch den hohen Altersdurchschnitt gehen in den kommenden 10 Jahren rund die Hälfte der derzeitigen Mitarbeiter auf allen Ebenen in Rente.