Unternehmen kaum über EU-Zuschüsse informiert

Viele Unternehmen und Organisationen im belgischen Bundesland Flandern wissen zu wenig über die Möglichkeiten, Zuschüsse von Seiten der Europäischen Union zu beantragen. Eine entsprechende Umfrage des flämisch-europäischen Verbindungsbüros Vleva zeigt, dass die meisten Unternehmen glauben, solche Zuschüsse würden nur an Landwirte oder an Großunternehmen vergeben.

Drei Viertel der Unternehmen und Organisationen in Flandern haben in den vergangenen fünf Jahren keinen Antrag auf EU-Zuschüsse gestellt, wie eine Umfrage des flämisch-europäischen Verbindungsbüros Vleva ergab.

Jan Buysse von Vleva sagte dazu, dass sie meist gar nicht wissen, dass Zuschüsse zur Verfügung stehen oder dass sie in Anmerkung dafür kommen.

Die Europäische Union veröffentlicht jährlich bis zu 350 Aufrufe zur Zuschussvergabe, doch in Flandern scheint dies noch nicht angekommen zu sein. 61 % der von Vleva befragten Einrichtungen - Unternehmen und Organisationen - konnten kein einziges europäisches Zuschussprogramm nennen und 46 % der Befragten hatten keine Vorstellung davon, dass ihre Einrichtung von EU-Zuschüssen profitieren könnte.

68 % der flämischen Unternehmer glaubt, dass Zuschüsse nur Großunternehmen vorbehalten seien, da diese die Möglichkeit haben, entsprechende Lobbyarbeit zu verrichten. Auch das Cliché, EU-Zuschüsse würden eigentlich nur an Agrarunternehmen gezahlt, muss den Flamen wohl noch ausgetrieben werden.

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Der Mehrjahreshaushalt der EU, dem die Europaabgeordneten am Dienstag zugestimmt haben, beläuft sich zwischen 2014 und 2020 auf 900 Milliarden €. Rund 90 % davon sind für Zuschüsse vorgesehen.

Einen Antrag auf EU-Zuschüsse stellen, erfordert Zeit und Geduld. Doch jene Unternehmen in Flandern, die letztendlich von solchen Zuschüssen profitieren konnten, raten dazu, sich diese Zeit zu nehmen.

Das flämisch-europäischen Verbindungsbüro Vleva hat dazu einen Zuschuss-Leitfaden herausgegeben, der dabei helfen soll, entsprechende Anträge zu stellen.