Brüssels Nahverkehr darf bei Mercedes bestellen

Die regionale Brüsseler Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB kann die Bestellung zur Lieferung von 172 neuen Bussen für den Hauptstadtverkehr bei Mercedes wahrnehmen. Einer Beschwerde des belgischen Konkurrenten VDL Bus Roeselaere dagegen gab der belgische Staatsrat letztendlich kein grünes Licht.

Brüssels Nahverkehrsgesellschaft MIVB/STIB zahlt für die 172 neuen Busse rund 50 Mio. € an die Daimler-Tochter EvoBus. Ende Juni gab die Verkehrsgesellschaft bekannt, bei EvoBus 93 Standardbusse und 79 Gelenkbusse vom Typ Mercedes Citaro bestellt zu haben. Schon jetzt nutzt die Verkehrsgesellschaft viele Mercedes-Busse.

Doch der übergangene Mitbewerber VDL Bus Roeselare (ehemals Jonckheere) aus Flandern legte im August gegen die Bestellung Beschwerde beim Staatsrat ein. Die Ausschreibung wies nach Ansicht von VDL auf technischer Ebene nach Medienangaben „eine Ungereimtheit nach der anderen auf“.

Nach damaligen Angaben der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd handelt es sich bei der Auftragserteilung um einen so genannten „Rahmenvertrag“, bei dem die MIVB/STIB, die - wie oben erwähnt - bereits über ähnliche Mercedes-Busse verfügt, neue Bestellungen in Auftrag geben kann ohne diese formell öffentlich ausschreiben zu müssen.

Diese Auftragserteilung stieß aber seinerzeit bei den belgischen Busbauern nicht gerade auf Zustimmung, zumal diese auch bei einen Auftrag der flämischen Nahverkehrsgesellschaft De Lijn außen vor blieben. Die jetzt durch die MIVB/STIB bei EvoBus bestellten Fahrzeuge reichen übrigens mittelfristig nicht aus, so dass weitere Aufträge über weitaus höhere Summen im Raum stehen.

Die MIVB/STIB konnte die formalen Probleme bei der Bestellung an EvoBus, die der Staatsrat monierte, letztendlich ausräumen und so wurde dem Einspruch von VDL Roeselare nicht stattgegeben.