IMEC: Krebsfrüherkennung mit Zellensortierer

Für die Überlebenschancen von Krebspatienten ist die Früherkennung das A und O. Die Forschungseinrichtung IMEC in der flämischen Uni-Stadt Leuven hat einen Zellsortierer entwickelt, der im Vergleich zu herkömmlichen Laborverfahren deutlich genauer arbeitet und zudem direkt am Bett des Patienten eingesetzt werden kann.

Das IMEC (Interuniversity Microelectronics Centre) ist eines der größten Forschungszentren für Nano- und Mikroelektronik in Europa. Es befindet sich in Leuven, Belgien. Neben dem Hauptsitz betreibt das IMEC Büros in den Niederlanden, Taiwan, den USA, China und Japan.

Die unbestreitbare Stärke des IMEC liegt in seinem interdisziplinären Ansatz, bei welchem Forscher und Entwickler aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen an Problemlösungen aus den Bereichen Technologie für zukünftige Mikrochips und Systeme, Energieversorgung, Elektronik für Medizin und Lebenswissenschaften, drahtlose Kommunikationssysteme, Bildsensorik und Sensoren für industrielle Anwendungen zusammenarbeiten.

Innovativer Zellsortierer

Neuestes Ergebnis aus dem Medizinbereich ist ein innovativer Zellsortierer, mit dem sich einzelne Krebszellen im Blut nachweisen lassen - ein komplexes Vorhaben, wenn man bedenkt, dass pro ml Blut 1 bis 10 Krebszellen in Millionen von Leukozyten (und noch mehr roten Blutkörperchen) nachgewiesen werden müssen.

Für die Technologien, die im Zellensortierer zum Einsatz kommen, gibt es auch noch weitere Einsatzmöglichkeiten. So kann man z.B. zu Hause einen einfachen Bluttest durchführen. Die Ergebnisse erhält der Patient innerhalb kürzester Zeit, bei Auffälligkeiten kann er sie dann auch gleich an seinen Arzt weiterschicken.

Ein weiterer Einsatzbereich sind Einweg-Bioreaktoren, mit deren Hilfe sich die Wirkung von Medikamenten und deren Nebenwirkungen zu einem sehr frühen Zeitpunkt vorhersagen lässt - viel früher als bei den heute üblichen klinischen Studien. Darüber hinaus lassen sich die Bioreaktoren auch zur Gewinnung von Stammzellen für therapeutische Zwecke nutzen.
(Quelle: elektroniknet.de)