Künftig tausende Jobs bei Erdölraffinerien in Belgien gefährdet

Eine Energie-Nachfrageverschiebung bedrohe tausende Jobs in den eurpäischen Raffinerien für Brennstoff, so die International Energy Agency (Internationale Energieagentur). Auch der Hafen von Antwerpen fühle diesen Druck.

Dem Chef-Volkswirt Fatih Birol von der Internationalen Energieagentur (IEA) zufolge drohten eine große Anzahl Ölraffinerien in Europa schließen zu müssen.

Zahlreiche europäische Raffinerien seien bereits geschlossen oder arbeiteten weit unter ihrer Kapazität, so die IEA. Das liege daran, dass immer mehr Ölproduzenten in unter anderem dem Nahen Osten ihre eigenen Ölraffinerien betreiben würden oder dass der Konsum bzw. die zukünftige Energienachfrage in den aufstrebenden Ländern liege, also in China, Indien und ähnlichen Ländern mit starkem Wachstum.

In Europa werde immer sparsamer mit fossiler Energie umgegangen und finde eine große Verschiebung in Richtung alternativer Energieformen statt, wie Biotreibstoffe oder grüne Energie, deren Weg nicht über die klassischen Raffinerien führe, heißt es bei der IEA. Auch würden die Raffinerien in Länder verlegt, in denen billiger gearbeitet werde oder in denen die Umweltnormen weniger streng seien als in Europa. Es würden immer mehr Produkte aus deren Raffinerien importiert, heißt es noch.

Auch Belgien könne dieser Entwicklung nicht entgehen. Dem Wirtschaftssender Kanaal Z zufolge seien dadurch 6.000 Jobs in den Antwerpener Raffinerien von Total, ExxonMobil und der russischen Gesellschaft Gunvor gefährdet.

Der belgische Erdölverband fordert deshalb eine andere Fiskalpolitik von der Regierung, wodurch Benzin im Vergleich zu Diesel billiger werden müsse. Derzeit ist Diesel an der Tankstelle billiger als Benzin, während die Preise auf den internationalen Märkten ein anderes Bild wiederspiegeln würden, so der Verband.