Menschenhändler freigelassen

Ein Mann, der in Gent wegen Menschenhandels verurteilt worden war, musste wegen eines Verfahrensfehlers frei gelassen werden. Das schreibt die Zeitung Het Laatste Nieuws. Die Richter hielten den Mann am Tod von 8 Migranten, die illegal über unser Land nach Irland gebracht werden sollten, für schuldig. Unter den Opfern waren auch drei türkische Kinder.

Die Mirgranten erstickten in einem Lkw-Container, der aus Zeebrügge nach Irland gefahren war. 2001 hatte man die acht Leichen, darunter drei Kinder im Alter von 10, 9 und 4 Jahren, in einem Container mit Büromöbeln in Wexword, einer Hafenstadt in Irland, entdeckt.

Schnell war klar, dass der serbische Menschenhändler Bekim Zogaj hinter dem Menschenschmuggel steckte. Er und seine Helfer wurden zwar für ihre Tat von einem belgischen Gericht verurteilt, aber Zogaj, der zehn Jahre Haft bekam, saß bis 2012 keine Minute im Gefängnis. Er war flüchtig und nach jahrelanger Suche gelang es der belgischen Justiz erst letztes Jahr, den Mann einzusperren.

Der Kassatitionshof hat die Verurteilung jetzt aufgehoben, weil bestimmte Dokumente aus der Akte verschwunden sind, sagt der Anwalt Filip Mertens: "Verschiedene Ordner, die wir bei der Vorbereitung auf das Berufungsverfahren vor dem Berufungsgericht benutzten, waren in der Strafakte verschwunden. Ich habe das Urteil des Kassationshofs selbst noch nicht gelesen, habe aber meinen Kollegen, der den Sitzungen beiwohnte, so verstanden, dass das Fehlen mehrerer Mappen vom Kassationshof akzeptiert wurde, um dafür zu sorgen, dass ein neues Verfahren aufgenommen wird. Das wird dieses Mal das Berufungsgericht in Antwerpen sein."

Probleme bei Gericht

Der serbische Menschenhändler Zogaj sei am Donnerstag nach nur wenigen Monaten Haft durch die Hauptpforte des Gefängnisses von Lantin geschritten, schreibt die Zeitung Het Laatste Nieuws.

Es hatte nämlich ein Problem mit der Strafakte gegeben. Einige Mappen fehlten auf einmal. Zogajs Anwälte Filip Mertens und Olivier Martins, zogen daraufhin vor den Kassationshof. Ihr Argument: Sie hätten ihren Mandanten nicht verteidigen können, weil bestimmte Stücke in der Strafakte fehlten. Das Berufungsgericht in Gent konnte in dieser Sache auch keine Klarheit schaffen und so konnte der Kassationshof nicht anders, als das Urteil von Zogaj aufzuheben.

Der Serbe halte sich dem Gericht zur Verfügung, sagen seine Anwälte. Wer jedoch meine, dass es vor dem Antwerpener Gericht nun über den Menschenschmuggel und die drei toten Kinder gehe, liege falsch, heißt es in der Zeitung noch. "Eigentlich ist die Sache verjährt", so der Anwalt Mertens in der Zeitung. Eine Folge übrigens, eines zweiten Verfahrensfehlers. Das Gericht habe das damalige Urteil an eine falsche Adresse gesandt. Dadurch sei der Termin der Verjährung weitergelaufen. Jetzt seien die zehn Jahre um und es sei zu spät, um seinen Mandanten noch zu verurteilen, so der Anwalt.