"Sozialhilfeempfänger haben oft kein Anrecht"

Mehr als die Hälfte aller Flamen ist der Ansicht, dass viele Menschen im Land, die von Sozialhilfe oder Arbeitslosenunterstützung leben müssen, eigentlich keinen Anspruch auf solche Leistungen haben. Dies ist aus einer Umfrage der Freien Universität Brüssel (VUB) im Auftrag der Sozialistischen Krankenkasse unter 2.693 Flamen ersichtlich.

64,70 % der Befragten glauben zum Beispiel, dass Arbeitslose einen neuen Job schnell finden würden, wenn sie sich nur entsprechend anstrengen würden. 52 % der abgesprochenen Flamen glaubt, dass Menschen, die von Sozialhilfe im belgischen Bundesland Flandern leben, eigentlich keinen Anspruch darauf hätten. Nur knapp 40 % der Befragten sind der Ansicht, dass die ausbezahlten Unterstützungen von Seiten der Sozial- oder Arbeitsämter bei den richtigen Betroffenen ankommen.

In der gleichen Umfrage wurde aber auch nachgeforscht, wie die Flamen die sozialen Unterschiede, deutlicher gesagt, die Klassenunterschiede betrachten. Hier sind fast drei Viertel der Befragten der Ansicht, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in Flandern kleiner werden müsse. 60 % der dazu befragten Flamen glaubt, dass die „einfachen Menschen“ zu wenig von der allgemeinen Wohlfahrt profitieren können und 81 % sind der Ansicht, dass das Land starke Krankenkassen brauche, um die Rechte der Patienten einzufordern und umzusetzen.

Die Wissenschaftler der VUB Haben auch herausgefunden, dass die Tragfähigkeit des Versorgungsstaates wächst. Der Wohlfahrtsstaat ist für die Flamen sehr wichtig, denn er garantiere den Abbau von Elend und Armut und gestalte das Leben der Bürger freier und gerechter. Nach dem Motto „Starke Schultern müssen die schwersten Lasten tragen“, erklärten sich sogar 22 % der Flamen dazu bereit, in Zukunft mehr Steuern zahlen zu wollen.