Das Belgische Staatsblatt zählt 92.000 Seiten

Dieses Jahr ist in Sachen Veröffentlichungen im belgischen Staatsblatt zweifelsohne ein Rekordjahr. Schon jetzt ist der Wälzer, wenn man ihn auf Papier vor sich hätte, rund 92.000 Seiten dick. Das sind etwa 3.000 Seiten mehr als 2012. Noch in den 1990er Jahren waren die Staatsblätter meist „nur“ um 25.000 Seiten stark.

Im Belgischen Staatsblatt werden alle neuen Gesetze, Dekrete, Erlasse, Verordnungen und auch z.B. Neugründungen von Gesellschaften und Vereinigungen veröffentlicht. Wer nicht im Staatsblatt steht, der existiert quasi nicht.

Dieses Jahr ist das Staatsblatt als Publikations-Medium für den Staat und seine Bürger schon jetzt 92.000 Seiten stark. Das bedeutet, dass knapp fünf Wochen vor dem Jahreswechsel schon 3.000 Seiten mehr darin vorkommen, als im gesamten Vorjahr.

Heute ist das Staatsblatt in erster Linie online zu konsultieren, doch in verschiedenen Bibliotheken und öffentlichen Verwaltungen liegen auch in diesen Tagen noch ausgedruckte Versionen zur Betrachtung aus.

Böse Zungen im Land sind der Ansicht, dass die Dicke des Staatsblattes in den letzten Jahren ein Beleg für die Reglementierungswut von Politik und Verwaltung sei, doch die zunehmende Föderalisierung Belgiens hat zur Folge, dass vieles neu geregelt werden muss und jede gesetzliche Veränderung muss nun mal im Staatsblatt veröffentlicht werden.