Mehr belgische Mafiosi in Banden organisiert

Die Zahl der Mafiosi mit belgischer Staatsangehörigkeit, die sich in kriminelle Vereinigungen gruppieren ist nach Statistiken der belgischen Bundespolizei (Archivfoto) innerhalb von nur drei Jahren stark angestiegen. Die Polizei ermittelt gegen rund 250 Banden, in denen sich offenbar bis zu 2.600 Kriminelle organisieren.

Im vergangenen Jahr verdächtigte die belgische Bundespolizei etwa 2.500 Personen im Land Mitglied in einer kriminellen Vereinigung zu sein. Das sind rund 1.000 mehr als noch 2010. Die belgische Polizei hält rund 250 Gruppierungen für verbrecherisch. Diese würden sich überwiegend mit Geldwäsche, mit Drogenhandel, mit Betrug oder mit umfassender Fälschung von Dokumenten beschäftigten.

Die belgische Bundespolizei will sich verstärkt diesem Phänomen widmen, wie deren Sprecher Peter De Waele am Dienstagabend gegenüber der VRT erklärte: „Wir wollen und auf zwei Sachen konzentrieren: Zum einen ist das der Ausbau der so genannten ‚Schröpf-Teams‘, die versuchen, die finanziellen Mittel der kriminellen Organisationen trockenzulegen und zum anderen müssen wir die Zeugenschutzprogramme optimieren, damit Personen, die innerhalb von Organisationen tätig sind und uns etwas sagen können, dies in aller Sicherheit tun können.“

Der Grund dafür ist die zunehmende Gewaltbereitschaft bei kriminellen Banden, die so ihre Gegner unter Druck setzen oder schwer einschüchtern. Auffallend in der Analyse der hier aktiven Mafia ist die Tatsache, dass nach Ansicht der Bundespolizei etwa jeder dritte in solchen Banden aktive Verbrecher Belgier ist. Demnach folgen die Niederländer, die Rumänen, die Marokkaner und nicht zuletzt die Italiener. 12 % der Verdächtigen sollen überdies Frauen sein, die sich in erster Linie mit der Buchhaltung der kriminellen Vereinigungen beschäftigen oder als Sekretärinnen tätig sind.

BELGA/LEFOUR