Vande Lanotte: “Sozialisten wählen ist gut!”

Belgiens Wirtschafts- und Verbraucherschutzminister Johan Vande Lanotte (SP.A - Foto) begrüßt das Zustandekommen eines Abkommens zur Großen Koalition zwischen CDU/CSU und SPD in Deutschland. Der flämische Sozialist freut sich angesichts der im Frühjahr 2014 in Belgien anstehenden Wahlen in erster Linie über Pläne, einen flächendeckenden Mindestlohn in Deutschland einführen zu wollen.

Johan Vande Lanotte von den flämischen Sozialisten SP.A ist hocherfreut, dass es die SPD in Deutschland geschafft hat, den Mindestlohn in das Koalitionsabkommen zu bringen. Das hat seinen guten Grund, denn vor einigen Monaten noch hatte sich der belgische Wirtschafts- und Verbraucherschutzminister noch lauthals über die extrem niedrigen Löhne in der Fleisch-verarbeitenden Industrie in unserem Nachbarland beschwert.

Die dort gezahlten Niedriglöhne würden nämlich für eine wettbewerbsverzerrende Konkurrenz gegenüber den belgischen Mitbewerbern in diesem Markt sorgen. Nicht selten wird in belgischen Schlachthöfen produziertes Fleisch nach Deutschland gebracht, um es dort zu zerlegen, was dort durch die Billiglöhne wesentlich günstiger vorgenommen wird, als in Belgien, wo das Lohnniveau (aber auch die Lohnnebenkosten) höher liegt.

Doch jetzt könnte das Regierungsabkommen der Großen Koalition in der Bundesrepublik nach Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns den Wettbewerb im Fleischsektor wieder zurechtrücken, so Vande Lanotte: „Das ist eine sehr wichtige Veränderung, weil der Mindestlohn einige Missbrauchsfälle, die wir in letzter Zeit erlebt haben, erschwert. Das beweist auch, dass Sozialisten wählen gut ist, oder nicht?“