Olli Rehn macht Verhofstadt Konkurrenz

Der EU-Kommissar für Wirtschaft und Währung Olli Rehn (großes Foto) will bei den Europawahlen im Mai nächsten Jahres auch Spitzenkandidat der europäischen Liberalen sein und konkurriert nun also mit dem Belgier und liberalen Fraktionsführer im EU-Parlament Guy Verhofstadt (kleines Foto unten), der vor wenigen Tagen angekündigt hatte, dass er EU-Kommissionspräsident werden wolle. Alle europäischen politischen Familien werden ihren Spitzenkandidaten bestimmen.

Es ist nur eine Kandidatur, aber viele EU-Parlamentarier hoffen, dass der nächste EU-Kommissionspräsident aus den Listen dieser Spitzenkandidaten ausgewählt wird. Ob das dann tatsächlich auch der Fall sein wird, steht auf einem anderen Blatt.

Jedenfalls positioniert sich Olli Rehn als liberale Gallionsfigur und kann nun auch auf die Liste der Namen, die für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten kandidieren, gesetzt werden.

Die liberale ALDE-Fraktion ist mit 85 Vertretern hinter den Christdemokraten und den Sozialdemokraten derzeit die drittgrößte Fraktion im Europäischen Parlament.

Olli Rehn ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Kommission. Zunächst war er EU-Kommissar für Erweiterung, seit Anfang 2010 für Wirtschaft und Währung. Der Finne hat in Oxford, Helsinki und in den Vereinigten Staaten Politikwissenschaften studiert. Seit der Eurokrise ist sein Name in vielen Ländern ein Begriff.

Übrigens könnte sich Guido Westerwelle von den deutschen Liberalen FDP, der bald Ex-Außenminister Deutschlands sein wird, eventuell für den Posten des Chefs des liberalen Flügels im Europäischen Parlament interessieren, mutmaßt die Zeitung Le Soir in einem Artikel vom 27.11.2013.