Kernkraft: Tihange I. bleibt bis 2025 am Netz

Die Erste Kammer im belgischen Bundesparlament hat sich in der vergangenen Woche mit den Laufzeiten der belgischen Kernkraftwerke beschäftigt und die Abschaltung der Meiler Doel 1 und 2 bestätigt. Für den Meiler Tihange 1 geht es vorerst noch weiter, denn hier wurde für eine verlängerte Laufzeit bis 2025 optiert.

Die neue Regelung ist eine Anpassung eines entsprechenden Gesetzes aus dem Jahr 2003 zum schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft in Belgien. Das neue Gesetz, dass allerdings noch vom Senat, der Zweiten Kammer des belgischen Bundesparlaments, angenommen werden muss, legt fest, dass die Meiler Doel 1 und 2 des gleichnamigen Kernkraftwerks bei Antwerpen 2015 abgeschaltet werden und dass Tihange 1 in Huy in der Provinz Lüttich bis 2025 weiter am Netz bleibt.

Damit will die belgische Bundesregierung vermeiden, dass „500.000 bis eine Million Menschen während der Winterzeit zu bestimmten Zeiten ohne Strom dasitzen müssen“.

Finanziell wird die Maßnahme durch die beiden Betreiber der Anlagen, EDF und GDF Suez, getragen und beläuft sich auf eine Investitionssumme von rund 600 Mio. €. Im Prinzip müssen die Betreiber der Meiler einen Teil der erzielten Gewinne in den bereits länger schon abgeschriebenen Atommeilern an die belgische Staatskasse abtreten. Dieses Geld, eine Art „Atomsteuer“, wird von Regierungsseite her in erneuerbare Energiequellen investiert.

Die Opposition in der Kammer geht nicht davon aus, dass die Meiler angesichts der derzeitigen Preislage für Elektrizität noch Gewinne abwerfen können und bezweifelt, dass damit die staatlichen Investitionen in erneuerbare Energie finanziert werden können.

Zudem räumt das Gesetz dem belgischen Energiemulti Electrabel ein, umfassend finanziell entschädigt zu werden, falls eine Regierung die Regelung ein weiteres Mal zum Nachteil des Betreibers anpassen wird, was ebenfalls auf Kritik von Seiten der Opposition stößt.