Mechelen: Viele Besucher im Holocaust-Museum

Das Holocaust-Museum Kazerne Dossin in Mechelen hat vor genau einem Jahr eine Neueröffnung erlebt, die sich, wie jetzt deutlich wurde, absolut gelohnt hat. Die Gedenkstätte lockte weitaus mehr Besucher an, als erwartet. Die neu gestaltete Dossin Kaserne ist heute ein zeitgemäß aufgebautes Museum, das diesen Teil der Geschichte auf ganz besondere Weise ins Licht rückt.

Am 1. Dezember 2012 wurde die runderneuerte Kazerne Dossin nach längerem Umbau neueröffnet. Seitdem strömten rund 102.000 Besucher in das Holocaust-Museum. Berechnet wurden die Besucherzahlen mit zu erwartenden 80.000 Eintritten im Laufe des ersten Jahres.

Sara Verhaert, die Verantwortliche für Kommunikation der Kazerne Dossin, sagte, dass besonders viele Schulklassen das Haus besuchten: „Gegenüber der vorherigen Form des Museums haben sich diese Zahlen verdreifacht.“ Nach Ansicht Verhaerts hat sich die Ergänzung der Holocaust-Geschichte durch einen neu eingerichteten Bereich, der sich mit dem Thema Menschenrechte beschäftigt, absolut gelohnt.

In den kommenden Jahren wird die Holocaust-Gedenkstätte der Kazerne Dossin in Mechelen sein Augenmerk auf das Ausland verlegen, denn in Ländern, wie den USA oder Israel besteht Bedarf an Museen, die sich mit der Suche nach den Wurzeln der Menschen beschäftigen. Als Beleg dafür nennt Sara Verhaert unter anderem den Erfolg des gerade erst Eröffneten Red Star Line-Museums in Antwerpen, dass sich mit dem Thema Auswanderung in die Neue Welt befasst.

Kazerne Dossin

Die Kazerne Dossin in Mechelen war während des Zweiten Weltkriegs Ausgangspunkt für die Deportierung von rund 25.000 Juden und Zigeunern aus Belgien und anderen Ländern in Richtung der Vernichtungslager, wie Auschwitz.

Die meisten in dieser Sammelstelle zusammengetriebenen Menschen verloren in Auschwitz-Birkenau ihr Leben.

Die Kazerne Dossin verfügt in ihren Archiven über Portraits von 19.000 der dort abtransportierten 25.000 Menschen. Einige davon werden im regelmäßigen Turnus in der Holocaust-Gedenkstätte gezeigt.