Die Leistungen flämischer Schüler sind noch hoch

Beim neuen internationalen Pisa-Schultest fallen die flämischen Schüler zurück. Zwar ist ihre Leistung nach wie vor hoch und sie schneiden zum Beispiel in Mathe zusammen mit den Heranwachsenden aus der Schweiz ganz oben ab, aber die allgemeine Tendenz ist eher sinkend.
HOUIN / BSIP

Die 15-jährigen Schüler in Flandern erreichen sowohl in Mathe, als auch in Naturwissenschaften und Lesen Werte oberhalb des Durchschnitts der anderen Industrienationen. Das geht aus denen am Dienstag veröffentlichen Ergebnissen der Pisa-Studie hervor.

In den Ländern, die Mitglied der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sind, schneiden die Heranwachsenden im Durchschnitt mit 494 Punkten im PISA-Test für Mathe ab.

Die 15-jährigen Flamen erreichen 531 Punkte und liegen damit über dem Durchschnitt. Die französische Gemeinschaft Belgiens liegt mit 493 Punkten dicht unter dem Durchschnitt. Im deutschsprachigen Belgien kamen die Schüler auf 511 Punkte.

Auch was die Naturwissenschaften und das Lesen betrifft, gibt es deutliche Unterschiede zwischen den drei Gemeinschaften.

Bei den Naturwissenschaften schneiden die flämischen Schüler mit 518 Punkten und die DG mit 508 Punkten oberhalb des OECD-Durchschnitts von 501 Punkten ab. Die französischsprachigen Schüler erreichen 487 Punkte.

Beim Lesen liegt Flandern mit 518 Punkten eindeutig über dem Durchschnitt von 496 Punkten. Die französischsprachige und die deutschsprachige Gemeinschaft liegen mit jeweils 497 und 499 Punkten knapp über dem Durchschnitt.

In ganz Belgien nahmen ungefähr 10.000 Schüler am PISA-Test teil. Es handelt sich um 15-jährige Schüler von rund 280 zufällig ausgewählten Schulen.

Mittelmäßige und starke Schüler mehr fördern

"Wir bleiben an der Spitze, aber unsere Leistungen sowohl in Mathe und Lesen, als auch in Naturwissenschaften sinken langsam (...) Die guten Schüler sind immer noch gut, aber die Zahl der guten Schüler ist rückläufig und auch das Mittelmaß geht langsam zurück", erklärt der flämische Unterrichtsminister Pascal Smet (SP.A).

Bei den schwachen Schülern in Flandern scheint der alarmierende Rückgang langsam weniger zu werden. Möglicherweise ist das eine erste Auswirkung des "Unterrichtswesens für gleiche Chancen für alle".

"Wir haben all die Dekrete gehabt, um den schwachen Schülern zu helfen. Unsere schwachen Schüler sind zwar schwach, aber im internationalen Vergleich ist das noch eine gute Leistung", so Martin Valcke, zuständig für Schulpädagogik an der Universität Gent.

Die Lehren, die man aus dem Bildungs-Ranking ziehen kann, sind also eindeutig: Auch die Gruppe der mittelmäßigen und die starken Schüler müssen gefördert werden und das erfordert ein entschiedenes Vorgehen.