Problem Atommüll: Weiter undichte Fässer

Das Problem der undichten Fässer mit Atommüll im Kernkraftwerk Doel und in der Anlage von Dessel (Provinz Antwerpen) scheint umfangreicher zu sein, als bisher angenommen. Dies wurde nach Angaben eines führenden Mitarbeiters des Kernkraftwerks Doel im Rahmen einer Stadtratssitzung in Beveren deutlich.

Vor einigen Monaten entdeckten Kontrolleure an den Deckeln einiger Fässer mit Atommüll beim Nuklearabfallverwerter Belgoprocess in Dessel eine austretende gelartige Masse. Diese Masse entsteht offenbar bei einer chemischen Reaktion wenn der nukleare Abfall auf den ihn ummantelnden Beton stößt. Das dadurch entstehende Gel drängte aus der Dichtung der Fassdeckel heraus und trocknete an der Luft.

Das Phänomen konnte seinerzeit bei fast allen überprüften Fässern festgestellt werden. Jetzt sind offenbar alle Atommüllfässer in Doel und bei Belgoprocess in Dessel kontrolliert worden und es wurde deutlich, dass das Problem wesentlich umfangreicher ist, als erwartet.

Definitive Zahlen liegen nach Angaben von Wim Van Rompay vom Kernkraftwerk Doel nicht vor, doch dieser schätzte gegenüber dem Stadtrat von Beveren - Doel ist eine Teilgemeinde der Stadt - dass rund die Hälfte aller 9.770 Fässer (knapp 500 in Doel und der Rest in Dessel) betroffen sein könnte.

Offenbar ist die Hälfte der Gesamtzahl an entsprechenden Fässern mit in Beton gehüllten Strahlenabfällen gefüllt und Van Rompay geht davon aus, dass sie so gut wie alle durch sich herausdrängendes Gel undicht sein könnten. Kernkraftwerksbetreiber Electrabel wollte die Angaben des Dioel-Mitarbeiters weder kommentieren, noch bestätigen.