Karlspreis für EU-Ratspräsident Van Rompuy

EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy wird mit dem Internationalen Karlspreis 2014 ausgezeichnet. Der 66-Jährige würde für seine "bedeutenden Verdienste als Mittler und Konsensbildner und zugleich als wichtiger Impulsgeber der europäischen Einigung" geehrt, heißt es unter anderem in der Begründung des Karlspreisdirektoriums am Samstag in Aachen.

Weiter lautet die Begründung: "Pragmatisch und handlungsstark, mit großer Integrität und Integrationskraft leistet er durch die Ausfüllung dieses neu geschaffenen Amtes einen maßgeblichen Beitrag zur Konsolidierung und Weiterentwicklung des Vereinten Europas."

Als erster ständiger Ratspräsident (das Amt wurde mit dem Vertrag von Lissabon neu geschaffen) habe der Belgier Herman Van Rompuy dieses Amt von Beginn an geprägt und sei in den vergangenen vier Jahren zu einem der entscheidenden Krisenmanagern und Ideengebern Europas geworden.

Geschätzt werde an Van Rompuy nicht nur seine Kompromissfähigkeit (die er auch schon als belgischer Politiker während der jüngsten großen Regierungskrise unter Beweis stellte) und sein damit einhergehender Pragmatismus, sondern auch seine ökonomische Vorbildung. So seien bereits in den ersten sechs Monaten 2010 auf den von ihm einberufenen Gipfeltreffen Maßnahmen zur 'Griechenlandhilfe' und zur Stabilität des Euro beschlossen und auf Initiative der Kommission eine neue Strategie für Wachstum und Beschäftigung ("Europa 2020") ins Leben gerufen worden.

"Wenn inzwischen ein Maß an europäischer Integration und Koordination erreicht worden ist, das noch vor wenigen Jahren undenkbar erschien, dann ist dies auch der Umsicht und Handlungsstärke Herman Van Rompuys zu verdanken", schließt das Karlspreisdirektorium seine Begründung zur Zuerkennung des Preises.

Der Preis wird am 29. Mai 2014 im Krönungssaal des Aachener Rathauses verliehen, heißt es auf der Webseite der Stadt Aachen. Herman van Rompuy ist übrigens der 56. Träger des Karlspreises.

2013 wurde die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite mit dem Preis ausgezeichnet. Der Preis wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. Er wird als eine der renommiertesten Auszeichnungen Europas angesehen.

Van Rompuy: "Ich bin tief gerührt"

In einem Pressebericht reagierte Van Rompuy bereits. Er fühle sich "geehrt" und sei von der Zuerkennung dieses renommierten Preises "tief gerührt". 

Der Preis sei ein "Anreiz für die tapferen Bemühungen der EU-Regierungschefs, die Krise zu meistern". "Ich betrachte das als eine Anerkennung für die Entschlossenheit aller Mitglieder des Europäischen Rates, unseren europäischen Idealen auch in Zeiten treu zu bleiben, in denen diese Ideale herausgefordert werden", so Van Rompuy noch.