Vorabkommen bei ArcelorMittal

Gewerkschaften und Direktion beim Stahlriesen ArcelorMittal in Lüttich haben nach einer langen Nacht der Verhandlungen ein "Prinzip des sozialen Vorabkommens" erzielt. Diesem Plan zugfolge werden 945 direkte Arbeitsplätze bewahrt. Außerdem schafft das Unterenhmen eine neue Filiale, ein Kompetenzzentrum und ein Unternehmen für die Demontage. So sollen noch einmal 400 weitere Arbeitsplätze gerettet werden.

Das Vorabkommen über den Sozialplan wurde in der Nacht zum Samstag erzielt. Dem ging eine Woche der Verhandlungen voraus, wobei auch Vertreter der wallonischen Region mit am Verhandlungstisch saßen. Die Gewerkschaften sind zufrieden mit der Vorab-Vereinbarung.

Dem Plan zufolge sollen im Lütticher Stahlbecken 945 Stellen bei ArcelorMittal bewahrt bleiben. Die Menschen müssen die sechs Kaltwalzen, die weiter eingesetzt werden sollen, optimal nutzen.

Ein anderer Aspekt des Entwurfs zum Sozialabkommen ist die Schaffung einer Filiale, in der 137 Menschen Arbeit finden sollen. Hinzu kommt auch noch ein Demontage-Unternehmen, das 75 Arbeitnehmer zählen wird.

In dem Industrieplan, den das Unternehmen zuvor vorlegte, waren nur 16 Arbeitsplätze für das Demontage-Unternehmen eingeplant, heißt es bei der christlichen Metall-Gewerkschaft. ArcelorMittal und die wallonische Region stellen jeweils 25 Millionen Euro für den Demontage-Betrieb zur Verfügung.

Zudem gibt es eine Vorvereinbarung zur Schaffung eines Kompetenzzentrums, das rund  200 Menschen beschäftigen soll. Auch andere Unternehmen sollen sich an das Zentrum wenden können.

Außerdem ist die Rede von einer Prämie in Höhe von 20.000 Euro, die multipliziert wird mit einem Koeffizienten, der Dienstalter und Einkünfte berücksichtigt. 

Das Vorabkommen wird in den nächsten Tagen den Arbeitnehmern vorgelegt.

Die Gewerkschaften hoffen, dass ein Übernahmekandidat für die Koksfabrik gefunden und dass die Frührente ab 52,5 Jahre genehmigt wird. "Wenn alles angenommen wird, werden 77  Menschen entlassen", so die christliche Gewerkschaft für Metaller.

Für die Angestellten, die gehen müssen, wird das Konzept Claeys angewandt (1 Monatsvergütung pro Arbeitsjahr im Unternehmen) und sie erhalten eine Abfindung von einem Jahreslohn. Die Arbeiter können mit einer Abfindung von 12 Monaten rechnen, wobei pro Monat eine Pauschale von 3.250 Euro mit der Zahl des Dienstalters multipliziert wird.