Viele Vereine in Belgien leiden unter Geldnot

Jeder dritte Verein in Belgien leidet aktuell an Finanznot. Aus den Resultaten des Finanzbarometers des Vereinslebens der König Baudouin-Stiftung ist der Hauptgrund für die Malaise in den Vereinskassen die allgemeine Krise. Ein weiterer Grund ist aber auch der drastische Rückgang von Zuschüssen aus der öffentlichen Hand.

Nach Ansicht der meisten Geschäftsführer von Vereinigungen ohne Erwerbszweck oder von Vereinspräsidenten in Belgien befindet sich derzeit etwa jede dritte Vereinigung in Geldnot. 33 % von rund 700 befragten Vereinsverantwortlichen gaben an, dass die Einkommen ihrer Gesellschaften rückläufig seien. Im Vergleich zum letzten Finanzbarometer des Vereinslebens der König Baudouin-Stiftung, der 2011 vorgelegt wurde, ist der Rückgang recht drastisch. Damals meldeten etwa 11 % der Vereine Finanzprobleme an.

Die Gründe liegen auf der Hand: Zum einen geht das Sponsoring aus der Privatwirtschaft zurück und auch Mäzene sind seltener dazu bereit, Vereinen finanziell unter die Arme zu greifen und zum anderen gehen auch die Zuschüsse von Seiten der öffentlichen Hand zurück - sowohl projektbezogene Zuschüsse, als auch strukturell ausgeschüttete Subsidien.

Mehr als die Hälfte aller Vereine, auch die, denen es derzeit finanziell noch gut geht, plant eine Verringerung der Ausgaben und etwa ein Drittel der belgischen Vereine, die Personal beschäftigen, müssen wohl oder übel Mitarbeiter entlassen. Auf neues bezahltes Personal wird weitgehend verzichtet und die anfallende Arbeit wird wieder mehr und mehr auf ehrenamtlicher Basis geleistet.

Die Zukunft ist in den Augen der belgischen Vereinswelt nicht unbedingt rosig und nicht wenige fürchten, dass die nächste Stufe der Staatsreform im Land weitere Probleme bringen wird. Wenn immer mehr Zuständigkeiten vom Bund an Länder und Regionen übergehen und wenn diese dann die Verantwortung weiter an Städte und Gemeinden abschieben, sieht es für so manchen Verein eher düster aus.

So erwarten die meisten Vereine und Vereinigungen in Belgien, dass 2014 weitere Einschnitte folgen. Doch die meisten Betroffenen lassen den Kopf nicht hängen und sehen die Situation offenbar als Herausforderung an. Jetzt müsse man planen, woher neues Geld kommen könnte und man müsse eben nach neuen Geschäftsfeldern suchen, um wegfallende Einnahmen kompensieren zu können, so der allgemeine Tenor zu den aktuellen Zahlen.