EU-Geldbußen gegen Pharmakonzerne

Eine Geldbuße von 16 Millionen Euro hat EU-Kommissar Joaquin Almunia, zuständig für die Wettbewerbspolitik der Europäischen Union, gegen die Pharmakonzerne Janssen-Cilag (Johnson & Johnson) und Sandoz (Novartis) verhängt. Die beiden Konzerne hatten vereinbart, ein von Sandoz entwickeltes generisches Schmerzmittel nicht auf den Markt zu bringen. Als Gegenleistung erhielt Sandoz monatliche Geldzahlungen.

Der Betrug wurde 2005 eingefädelt, nachdem das Patent von Janssen-Cilag auf Fentanyl abgelaufen war. Das Schmerzmittel wird bereits seit den 1960er Jahren verkauft und wurde vor allem Krebspatienten verschrieben.

Die Vereinbarung zwischen den beiden Pharmakonzernen hielt bis 2006 Stand, als eine dritte Partei mit der Vermarktung einer generischen Variante von Fentanyl begann.

Während dieses Zeitraums waren die Patienten, denen das Mittel verschrieben wurde, gezwungen, das Originalmedikament viel teurer zu kaufen.

"Schockierend"

Janssen-Cilag wurde von der Kommission zur Zahlung einer Geldbuße von 10.798.000 Euro verurteilt.

Sandoz muss 5.493.000 Euro Strafe zahlen.

EU-Kommissar Almunia nannte die Vorgehensweisen der Pharmakonzerne "... schockierend. Die Geldbuße von insgesamt 16 Millionen Euro soll diese Unternehmen zweimal nachdenken lassen, bevor sie sich zu solchen unlauteren Praktiken hinreißen lassen. In Zukunft kontrolliere ich sie alle einzeln", drohte Almunia.