ARD und ZDF: Brüsseler Anwalt verklagt Belgacom

Der Brüsseler Anwalt Fernand Keuleneer hat den belgischen Kommunikationsmulti Belgacom verklagt, weil dieser vor einigen Monaten die deutschen Sender ARD und ZDF aus seinem Fernsehangebot genommen hat. Der Anwalt geht davon aus, dass Belgacom TV Vertragsbruch begangen hat.

Belgacom TV strich vor einiger Zeit die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF aus dem Programm. Begründer wurde dieses Vorgang mit der Tatsache, dass die beiden Sender eine zu hohe Vergütung für die Ausstrahlung ihrer Programme von Belgacom TV verlangt hätte.

Anwalt Fernand Keuleneer will über ein Gerichtsverfahren, dass an diesem Freitag am erstinstanzlichen Gericht in Brüssel beginnen soll (was angesichts des landesweiten Streiks der Justizbeamten sicher vertagt werden musste) erfahren, wie hoch denn die Summen, die dabei im Gespräch waren, lagen, wie die flämische Tageszeitung Gazet Van Antwerpen dazu meldet.

Die zweite Frage ist, in wie fern ein Unternehmen wie Belgacom TV aus einem laufenden Vertrag aussteigen kann, bzw. diesen ohne weiteres anpassen darf. In der Frage des Angebots und des entsprechenden „Kleingedruckten“ sei Belgacom TV seinen Kunden und Vertragspartnern gegenüber sehr undeutlich. Keuleneer ist der Ansicht, dass Belgacom TV seinen Kunden nicht biete, wofür diese Zahlen und das sei ungesetzlich.

Ein Urteil in diesem Fall wird nicht vor Herbst 2014 erwartet.

BELGA/CLAESSEN

Kommerzielle Sender

Als Alternative für die gestrichenen Sender ARD und ZDF bietet Belgacom TV seit dem die drei deutschen Privatsender RTL, SAT1 und ProSieben an. „Das ist, als wenn jemand, der ein Abonnement für Die Welt hat, plötzlich Bild an deren Stelle bekommt“, sagte der Brüsseler Anwalt gegenüber Gazet Van Antwerpen.

Inzwischen kündigte der neue Vorsitzende von Belgacom, der frühere flämische CD&V-Bundespolitiker Stefaan De Clerck, an, dass er die Beschlüsse bezüglich der Anpassung der Angebote von deutschen Sendern in seinem Hause erneut unter die Lupe nehmen wolle.