Demonstration: Die Feuerwehr schießt zurück

Am Freitagmorgen war in der belgischen Hauptstadt Brüssel einiges los. Auf der einen Seite streikten, wie im Rest des Landes auch, die Justizbeamten und auf der anderen Seite demonstrierten die Feuerwehrleute aus Flandern zum wiederholten Mal gegen das Ausbleiben eines deutlichen Berufsstatuts für ihre Zunft. Als die Polizei Wasserwerfer einsetzte, schoss die Feuerwehr mit Löschschaum zurück.

Hunderte Feuerwehrleute waren am Freitagmorgen im Brüsseler Regierungsviertel zusammengekommen, um ihrer Unzufriedenheit über den trägen Verlauf der Gespräche zu ihrem beruflichen Statut Kund zu tun.

Und, wie angekündigt, schoss die Feuerwehr mit Löschschaum zurück, als die Polizei versuchte, sie mit Wasserwerfern aus dem Regierungsviertel abzudrängen. Es kam dabei auch zu Rangeleien zwischen Feuerwehr und Polizei. Verletzt wurde aber niemand.

Es kam dabei auch zu Rangeleien zwischen Feuerwehr und Polizei. Verletzt wurde aber niemand. Es kam allerdings zu einigen Festnahmen von allzu rauflustigen Feuerwehrmännern.

Die Gewerkschaften der Feuerwehrleute in Belgien hatte ursprünglich einen stillen Protest in den Straßen Brüssels angekündigt, doch ihre Mitglieder waren derart aufgebracht, dass das Zünden von Knallfröschen und Feuerwerkskörpern nicht ausbleiben konnte.

Der Protest der Feuerwehrleute kam allerdings lediglich aus den Reihen der Brüsseler und der flämischen Verbände. Der Verband der Feuerwehren aus der frankophonen Wallonie und der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien stand nicht dahinter.

Hier hieß es dazu, dass bereits ein Kompromiss zwischen den einzelnen Verhandlungsparteien und mit der zuständigen Bundesinnenministerin Joëlle Milquet (CDH) ausgehandelt worden sei. Die Forderungen, die jetzt im Rahmen der Proteste gestellt würden, gingen weit über diesen Kompromiss hinaus, so der Verband.
 

Was steht zur Disposition?

Schon seit dem Drama der Gasexplosion von Ghislenghien im Jahr 2004, bei dem 24 Menschen, darunter mehrere Feuerwehrleute, ihr Leben verloren, wird über eine Reform des Status der Feuerwehrleute beraten und verhandelt. Doch jetzt, so die protestierenden Vertreter der Wehren, laufe es auf eine Verschlechterung der Situation hinaus.

Man befürchtet z.B. eine Kürzung der Urlaubstage und auch den Verzicht auf Lohnzugaben über so genannte „Mahlzeitschecks“, mit denen man in vielen Geschäften oder Supermärkten einkaufen kann. Auf der anderen Seite wird geplant, die insgesamt 251 Feuerwehrkasernen von 34 so genannten „Sicherheitszonen“ aus zu koordinieren. Dies stößt sowohl auf Ablehnung, als auch auf Zustimmung.

Die Arbeit der Wehren würde dadurch eher erleichtert, doch viele Feuerwehrleute befürchten, dass dadurch ein Einheitsstatut für ihren Berufsstand ausbleiben wird und dass man versucht, für jede einzelne der 34 Zonen eigene Statute ins Leben zu rufen. Dies wolle man verhindern, so einige aufgebrachte Feuerwehrleute am Rande der Demonstration in Brüssel.