Dringend Mönche gesucht: Rettet das Trappisten-Bier!

Eines der bekanntesten kulinarischen Erzeugnisse Belgiens sind die Trappistenbiere. Diese durch Mönche gebrauten Biere sind einzigartig, haben aber ein großes Problem. Sie drohen auszusterben. Die Abteien finden heute kaum noch Nachwuchs, können aber auf der anderen Seite der weltweiten Nachfrage nach ihrem Bier nicht mehr nachkommen. Orval ist schon jetzt zur Seltenheit geworden.

Es ist eine Entwicklung, die viele Traditionen weltweit erleben: Der Nachwuchs fehlt, um Brauchtümer, wie zum Beispiel das Brauen von typischen Abteibieren, am Leben zu erhalten. Pater Bernard von der Abtei Orval, die das gleichnamige Bier braut, läutet die Alarmglocken. Gegenüber der französischen Regionalzeitung „L’Union/L’Ardennais“ sagte er, dass er und seine Brüder dringend neue Mönche suchen: „Aber, wir können doch keinen Headhunter einschalten!“

Pater Bernard lädt jeden Interessierten dazu ein, einmal einige Tage in die Abtei zu kommen: „Wem das gefällt, der kann als Anwärter einen Monat lang in der Abtei wohnen. Wenn dieser danach auch der Klostergemeinschaft gefällt, kann er eine Probezeit von einem Jahr absolvieren. Danach kann man Mönch werden.“ Aber, Bruder Bernard erinnert daran, dass das Klosterleben nicht einfach ist und bedauert, dass viele dazu ein falsches Bild haben.

In den 1980er Jahren lebten in der Abtei Orval in Gaume (Provinz Luxemburg) noch 35 Mönche. Heute sind es nur noch 12 und die können der Nachfrage nach ihrem weltweit beliebten Bier derzeit nicht mehr in vollem Umfang entsprechen.

Auch dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes ist die Orval-Knappheit nicht entgangen. Das Blatt hofft, dass vielleicht die neue Popularität des Christentums durch den populären neuen Papst im Vatikan junge Menschen dazu bewegen kann, Mönch zu werden, um so die Tradition des Bierbrauens weiterzuführen. In den USA ist das heute sehr knappe Orval-Bier sehr beliebt.

Die Webseite der Orval-Brauerei: www.orval.be