Ex-Syrienkämpfer Jejoen wird als "Verräter" bedroht

Jejoen Bontinck, der 19 Jahre alte Antwerpener, der aus Syrien zurückkehrte und von der belgischen Polizei in U-Haft genommen wurde, wird seit seiner Freilassung am Freitag von Mitgliedern der verbotenen radikal-islamistischen Gruppierung Sharia4Belgium als Verräter angesehen und mit der „Strafe des Herrn“ bedroht.

Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws soll Jejoen Bontinck bei Polizeiverhören „belastende Aussagen“ gegen die islamistische Sharia4Belgium und deren Führer Fouad Belkacem getätigt haben. Dies habe auch seine Freilassung unter strengen Auflagen begünstigt.

Kurz nach dieser Meldung tauchten die ersten Bedrohungen gegen den 19jährigen Antwerpener auf Facebook auf, woraufhin der Anwalt der Familie Bontinck die Polizei einschaltete.

Bontinck hatte bei seiner Rückkehr aus Syrien mit SHaria4Belgium gebrochen und entsprechend gegenüber der Polizei ausgesagt. Fouad Belkacem und seine Bewegung stehen im dringenden Verdacht, junge Moslems und entsprechend belkehrte Belgier für den Kampf gegen das Assad-Regime in Syrien rekrutiert zu haben.

Die Aussagen von Jejoen Bontinck wurden bekannt, als der Anwalt von Belkacem die Akte gegen seinen Mandanten konsultierte. Das Problem ist folgendes: Sowohl der Fall Belkacem/Sharia4Belgium, als auch der Fall Bontincks, gegen den u.a. ermittelt wird, weil man ihn und andere belgische Syrienkämpfer verdächtigt, in Syrien an Menschenrechtsverletzungen beteiligt gewesen zu sein, werden in der gleichen Gerichtsakte bearbeitet.

So kann jede der beiden Parteien einsehen, was der Gegner jeweils zu dem Fall ausgesagt hat. Und so haben die Mitglieder der inzwischen in Belgien verbotenen radikalen Gruppe herausgefunden, was ihr ehemaliger Mitstreiter gegen sie ausgesagt hat.