Antwerpen plant verkaufsoffene Sonntage

Die Stadt Antwerpen plant, den Geschäftsleuten in der historischen Altstadt der Scheldemetropole zu ermöglichen, ihre Läden sonntags zu öffnen. Dazu braucht die Stadt allerdings das Statut einer Touristenstadt, was allerdings kein großes Problem darstellt. Schon im Frühjahr 2014 könnte es soweit sein.

Für die Betreiber von Geschäften im historischen Stadtzentrum von Antwerpen dürfte es mit der Sonntagsruhe bald getan sein. Die Stadtverwaltung und die Mehrheit im Rathaus wollen ihnen ermöglichen, jeden Sonntag zu öffnen. Damit soll der Einzelhandel gestärkt werden.

Eine Begründung, die dazu angeführt wird, ist die Konkurrenz durch den modern gewordenen Einkauf im Internet. Um dies zu ermöglichen, müssten jedoch einige Viertel im Zentrum der Stadt zur „touristischen Zone“ werden, wie das z.B. in Ypern, in verschiedenen Badeorten an der Küste oder in der Gegend um das Shoppingdorf in Maasmechelen in der Provinz Limburg der Fall ist. Da Antwerpen ohnehin international ein beliebtes Ziel für Touristen ist, dürfte dies kein Problem sein.

Der Mittelstand hält sich mit Begeisterung noch zurück, denn es wird befürchtet, dass sich das Einkaufsverhalten von sechs Tagen auf sieben Tage ausdehnen wird, während Umsatz und Verdienst gleich bleiben. Der flämische Mittelstandsverband Unizo plädiert in diesem Zusammenhang dafür, dass Antwerpen mehr für sich wirbt, um mehr kauflustige Touristen in die Stadt zu bringen. Ansonsten begrüßt man dieses Vorhaben.

Probleme damit haben die Gewerkschaften, die befürchten, dass das Personal der Geschäfte zu viel arbeiten muss, ohne entsprechende Gegenleistung. Auf diese Kritik reagierte Unizo bereits und führte an, dass den Geschäftsleuten freistehe, ob sie sonntags öffnen oder ob sie einen Ruhetag an einem anderen Tag in der Woche einführen, z.B. an ohnehin ruhigeren Montagen.