Sierre: Neue Ermittlungen der Schweizer Justiz

Wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis am Dienstag mitteilte, werden auf Wunsch der Hinterbliebenen zwei zusätzliche Spuren verfolgt. Die Beamten wollen den Angaben zufolge den Computer und das Handy der Busfahrers überprüfen, der selbst zu den 28 Todesopfern gehörte. Seine Witwe habe die Geräte bereits den Schweizer Justizbehörden übergeben.

Am 13. März 2012 kostete der Unfall mit einem Reisebus aus Flandern 28 Menschenleben. 22 der Opfer waren Schulkinder aus Lommel in der Provinzen Limburg und aus Heverlee in der Provinz Flämisch-Brabant, die anderen Todesopfer waren vier Begleiter und die beiden Busfahrer. Der Bus sollte seine Fahrgäste aus den Schneeferien in Sierre (Wallis, Schweiz) nach Hause bringen.

Die Schweizer Justiz und ein 28köpfiges Ermittlerteam konnten den genauen Unfallhergang nicht nachvollziehen. Eigentlich bleiben zwei mögliche Hypothesen übrig: Die eine Möglichkeit wäre ein plötzliches Herzproblem beim am Steuer sitzenden Busfahrer und die andere Möglichkeit wären die Einnahme von Medikamenten gegen Depressionen, die der Busfahrer zu sich nahm.

Gänzlich ausschließen kann die Staatsanwaltschaft von Sierre technische Probleme mit dem Reisebus. Zudem waren beide Busfahrer ausgeruht und hatten die vorgeschriebenen Ruhezeiten respektiert. Die Tachoscheibe des Fahrzeugs wies außerdem nicht auf eine überhöhte Geschwindigkeit hin. Sicher ist, dass der Bus ungebremst gegen die Tunnelwand fuhr, denn Bremsstreifen wurden auf der Fahrbahndecke nicht entdeckt.