Belgier verdient im Durchschnitt 3.192 Euro brutto im Monat

Der durchschnittliche Bruttolohn pro Monat für eine Vollzeitstelle in Belgien beträgt im Durchschnitt 3.192 Euro. Zwei von drei Belgier verdienen jedoch weniger als der Durchschnitt. Das hat das belgische Statistikamt auf der Grundlage von Zahlen aus den Jahren 2010 und 2011 bekannt gegeben.
BELGA/LEFOUR

In Belgien ist der Lohn sehr stark von der Region abhängnig, in der man arbeitet. In und um die Hauptstadt Brüssel herum sowie in Nivelles, Halle-Vilvoorde, Löwen und Antwerpen verdient man statistisch gesehen am meisten. Wer in Dinant arbeitet, verdiente 2010, 2011 hingegen 20 Prozent weniger als der belgische Durchschnitt.

Auch das Alter spielt eine große Rolle. Ein 60-jähriger Angestellter verdiente im Durchschnitt 31 Prozent mehr als der belgische Durchschnitt und sogar 180 Prozent mehr als sein zwanzigjähriger Kollege. Ein 60-jähriger Arbeiter verdiente nur 31 Prozent mehr als sein jüngerer Kollege.

Außerdem bestimmen auch Ausbildung und Sektor die Höhe der Bezahlung. Arbeitnehmer mit einem Bachelor haben im Durchschnitt 9 Prozent mehr, jemand mit einem Master verdient sogar 55 Prozent mehr als der Durchschnitt.

Etwas mehr verdienen Arbeitnehmer auch in der Petrochemie. Besonders schlecht ist die Bezahlung in der Kaffee-, Gaststätten- und Hotelbranche.

Lohnkluft hält sich in Grenzen

Obwohl zwei von drei Belgiern weniger als der Durchschnitt verdienen, ist die Lohnkluft in unserem Land recht begrenzt, geht aus der Statistik noch hervor.

Die kleinste Lohnkluft findet man in den skandinavischen Ländern. In Schweden, das Land, das am besten in Punkto Lohnkluft abschneidet, sind die höchsten Löhne nur 2,1 Mal höher als die niedrigsten Löhne.

Belgien schneidet diesbezüglich aber auch ganz gut ab. Mit einer Ratio von 2,4 sind die Löhne hierzulande ebenfalls ziemlich gerecht verteilt. Wir schneiden jedenfalls besser ab als Deutschland: Dort sind die niedrigsten Löhne zum Beispiel vier Mal niedriger als die höchsten Löhne.

Die größte Lohnkluft herrscht übrigens in Rumänien.

Die Statistik vergleicht wohlgemerkt die Bruttolöhne und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass die belgischen Löhne zu den höchsten in Europa gehören. Bei einem Vergleich der Nettolöhne, käme man sicherlich zu einem etwas anderen Ergebnis.