Brüssel: Demo für ein anderes Europa

In Brüssel haben Demonstranten, die gegen den EU-Gipfel protestieren, 5 Kreuzungen belagert. Sie versperren mit Traktoren die Straßen zum Europaviertel.

Die Demonstration richtet sich gegen das Gipfeltreffen der Europäischen Union, das mindestens zwei Mal pro Halbjahr statt findet. Die Demonstranten wollten nicht die Pendler behindern, so ein Bauer aus Voeren gegenüber dem VRT-Radio, der ebenfalls an der Demo teilnimmt.

Das vorhergesagte Verkehrschaos zur Hauptverkehrszeit am Donnerstagmorgen hatte sich dann auch in Grenzen gehalten. Allerdings blockieren zwischen 1500 und 2000 Demonstranten inzwischen rund 5 große Kreuzungen und die Brüsseler Innenstadt ist quasi nicht mehr erreichbar. Der kleine Ring um Brüssel herum ist ebenfalls blockiert. Der Wettunnel war vorübergehend geschlossen, ist nun aber wieder für den Verkehr geöffnet. Auch der Jubelparktunnel wird wieder geöffnet. Der Reyerstunnel von der E40 in Richtung Zentrum bleibt hingegen bis zum Gipfelende am Freitag für jeglichen Verkehr geschlossen.

Wer am heutigen Donnerstag nach Brüssel muss, sollte also besser die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen und das Auto zu Hause stehen lassen.

Auf dem EU-Gipfel sollen wichtige Entscheidungen getroffen werden, aber das geschehe über die Köpfe der Bürger hinweg, heißt es bei den Veranstaltern der Demo. Als Beispiel werden die Sparmaßnahmen beim Haushaltvertrag genannt und auch das transatlantische Freihandelsabkommen mit Kanada und den VS.

Die Demonstranten der so genannten "Allianz D19-20", die für ein anderes Europa auf die Straße gehen, wollen ein Gespräch mit dem EU-Handelskommissar Karel De Gucht und mit dem EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy.

12 Aktivisten einer Friedensaktion sind am Donnerstagmorgen festgenommen worden.

Ab 11 Uhr soll die Blockade an den Kreuzungen aufgelöst werden. Die Allianz will danach in einem Umzug zur Blijde Inkomstlaan/Avenue de la Joyeuse Entrée (am Jubelpark), unweit des Schumanplatzes, ziehen.