Flandern kann Ford Genk-Gelände für 1 Euro haben

Nach monatelangen Gesprächen haben Ford und die flämische Regierung am heutigen Freitag eine Einigung zur Zukunft des Ford Genk-Betriebsgeländes unterzeichnet. Danach hat Ford zugestimmt, das Industriegelände der flämischen Regierung für einen symbolischen Euro zu überlassen. Das Gelände geht am 31. Dezember 2015 effektiv in den Besitz der flämischen Regierung über. Die Autofabrik von Ford Genk wird dann definitiv geschlossen sein. Mit der Einigung wird ein langer juristischer Streit vermieden.

Die flämische Regierung besitzt ab dem 1. Januar 2014 die Exklusivrechte, das Ford Genk-Industrieterrain für potenzielle Interessenten auf den Markt zu bringen. Ab Ende nächsten Jahres kann also die Regierung das Gelände von 120 Hektar weiterverkaufen. Die Autofabrik von Ford wird dann ganz geschlossen. Ziel ist, wieder große Unternehmen auf das Gelände zu holen, damit neue Arbeitsplätze in Limburg geschaffen werden.

Die Einigung betrifft auch Bestimmungen zu Forderungen der Regierung gegenüber Ford, was das Betriebsgelände in Genk angeht, einschließlich Umweltauflagen.

Ford hat nicht die Absicht, die 42,9 Millionen Euro Subventionen, die der Konzern einkassiert hatte, zurückzuahlen. Der Konzern hatte staatliche Subventionen erhalten, die eine Weiterführung des Werkes zur Verpflichtung machten.

Statt dessen ist die Produktion aus Genk abgezogen worden und profitiert (laut Saarbrücker Zeitung vom 2. Juli 2013) am Ende das Ford-Werk in Saarlouis von den Produktionsverschiebungen.

Einen Großteil der Subventionen hatte Ford allerdings für Aus- und Fortbildungen und in Zusammenhang mit dem Bau älterer Modelle in Genk erhalten und der Bau dieser älteren Modelle wurde in der Tat abgeschlossen. Außerdem erstattet Ford 7 Millionen Euro Investitionshilfen zurück.

In einer Mitteilung weist die Ford-Direktion daraufhin, dass das Unternehmen stets darauf bedacht gewesen sei, die Auswirkungen der Schließung der Genker Fabrik so gering wie möglich zu halten. Vor diesem Hintergrund müsse man jetzt auch die Schenkung des Terrains an die flämische Regierung sehen, so das Unternehmen.

Im Gegenzug dazu verzichtet die flämische Regierung auf all ihre Forderungen und die Stadt Genk auf ihre Schadensersatzforderungen - Forderungen für insgesamt 100 Millionen Euro.

Die flämische Regierung hat wiederum der Stadt Genk Kompensationszahlungen in Höhe von 5 - 10 Millionen Euro jährlich für die Ausfälle, die die Stadt wegen des Abzugs der Autofabrik höchstwahrscheinlich haben wird, versprochen und das mehrere Jahre lang. Außerdem übernimmt die flämische Regierung sämtliche Sanierungskosten für das Industriegelände in Genk, sobald Ford dort seine Zelte endgültig abgebrochen hat.