Ryanair in Brüssel schwächt Belgiens Wirtschaft

Marc Descheemaecker (Foto), der neue Aufsichtsratsvorsitzende von Brussels Airport, bewertet den Zuzug des Billigfliegers am Brüsseler Flughafens von Zaventem, eher kritisch. Er befürchtet, dass dies langfristig zu einer Schwächung der belgischen Wirtschaft führen kann.
AP2012

Die größte Herausforderung für den Brüsseler Airport wird es laut Descheemaecker sein, die Zukunft des Flughafens langfristig sicherzustellen. Undeutlich ist, ob und was Billigflieger Ryanair hierzu beitragen kann. Die irische Fluggesellschaft kündigte vor einigen Wochen an, dass sie auch Flüge von und nach Brüssel anbieten will. Bisher nutzt Ryanair in Belgien nur den Flughafen von Charleroi.

„Ryanair hat natürlich das Recht unseren Flughafen anzufliegen, denn dieser ist eine freie Plattform. Wir müssen aber analysieren, was kurz- und langfristig die Vor- und Nachteile sind. Wenn ein neuer Spieler antritt, muss sehr vorsichtig eingeschätzt werden, was die Konsequenzen für die hier bereits aktiven Fluggesellschaften sind“, sagte Descheemaaker im VRT-Frühstücksradio „De Ochtend“.

„Wenn zum Beispiel drei Gesellschaften tägliche Flüge von Brüssel nach Rom anbieten, und alle drei verbuchen Verluste, dann werden diese Flüge eingestellt. Wenn Brussels Airlines wegen Ryanair unter Druck gerät und Ryanair bietet dann keine Afrikaflüge an, dann bedeutet das eine Verarmung des Angebots. Dann müssen diese Kunden nach Paris oder Frankfurt ausweichen und das ist dann eine Schwächung der belgischen Wirtschaft. Strategisch muss hiermit vorsichtig umgegangen werden.“

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