Behörden beschlagnahmen tonnenweise Pferdefleisch

Die belgische Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV) hat bei einem hiesigen Unternehmen 16,8 Tonnen Pferdefleisch beschlagnahmt. Das Fleisch stammt aus Frankreich. Dort hatte eine Lieferung von Pferdefleisch in diesem Monat einen Skandal ausgelöst, weil die Ware mit gefälschten Papieren von Seiten von Tierärzten versehen war.

Kurz vor Weihnachten hatten die französischen Behörden ihre Kollegen in Belgien davon unterrichtet, dass eine Lieferung über 17,5 Tonnen Pferdefleisch in Richtung unseres Landes unterwegs sei und an einen belgischen Unternehmer adressiert war. Die FAVV konnte 16,8 Tonnen davon jetzt beschlagnahmen.

Dieses Pferdefleisch gehört offenbar zu einer wesentlich umfangreicheren Lieferung von 82 Tonnen, die teilweise über ganz Europa verteilt wurde. 1,6 Tonnen davon sollen bereits in Belgien zur Auslieferung gekommen und verkauft worden sein, wie die Lebensmittelagentur in Brüssel verlauten ließ.

Offenbar sind die zu dem Pferdefleisch gehörenden Dokumente von Tierärzten falsch deklariert worden sein. Die Tiere sollten entweder an die Pharmaindustrie zu Versuchszwecken geliefert werden oder stammten aus dem Pferdesport und waren für den Verzehr eigentlich nicht geeignet. Trotzdem wurden sie an Schlachthöfe in Frankreich ausgeliefert, die für die Lebensmittelindustrie arbeiten.

Nach Angaben eines französischen Staatsanwalts, der in dieser Sache ermittelt, bestehe beim Verzehr von Pferdefleisch aus dieser Lieferung keine Gefahr für die Gesundheit. Die belgischen Lebensmittelbehörden stellen fest, dass in einigen Mitgliedsländern der Europäischen Union immer noch Probleme bei der Herkunft und der Bestimmung von Pferdefleisch vorherrschen. In diesem Zusammenhang bemängelt die FAVV, dass die EU-Kommission hier noch immer keine einheitlichen Kontrollen eingeführt hat.