Van Rompuy blickt mit Zuversicht nach vorne

EU-Präsident Herman Van Rompuy (Foto) geht zuversichtlich ins neue Jahr. Die Eurokrise sei überwunden und mit der Wirtschaft in der Europäischen Union gehe es auch wieder bergauf, sagte der Belgier gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion. 2014 werde ein wichtiges Jahr, denn es stünden Europawahlen an. Van Rompuy ruft die Politiker in Europa auf, die Union positiver zu behandeln.

Herman Van Rompuy blickt verhalten positiv in das kommende Jahr. Der EU-Vorsitzende aus Zaventem in Flämisch-Brabant ist der Ansicht, dass es mit der Wirtschaft in der Union bergauf gehen wird, auch wenn sich dies so schnell auf den Arbeitsmarkt nicht bemerkbar machen werde.

Aber, das Vertrauen der Verbraucher nehme langsam wieder zu, was für einen leicht spürbaren Wirtschaftsaufschwung sorge: „Es bestehen Hoffnung und Perspektive. Das einzige, was hinter den Erwartungen zurückbleibt, ist der Arbeitsmarkt.“ Zwar mag die wirtschaftliche Situation in Ländern, wie Griechenland, Spanien oder Portugal nicht allzu rosig sein, doch im Allgemeinen habe die Krise aber einen läuternden Effekt gehabt, so Van Rompuy:

„Man darf nicht vergessen, dass die Arbeitslosenquote Spaniens vor 15 Jahren noch um 20 % lag. Inzwischen konnte die Arbeitslosigkeit dort anscheinend in etwa halbiert werden, doch heute wissen wir, dass das Wachstum auf übermäßige Kredite des Staats fußte und dass die Privatwirtschaft dieses gesamte System zusammenbrechen ließ. In diesen Ländern herrschten schon lange große Probleme, um die sich nie jemand gekümmert hat.“

„Positiver auf Europa schauen“

Auch Herman Van Rompuy erkennt, dass die (Euro)Krise Öl auf das Feuer von politischen Parteien gegossen hat, die die Europäische Union ablehnen, zum Beispiel die PVV in den Niederlanden, Front National in Frankreich oder UKIP in Großbritannien.

Diese Parteien sind mit ihrer EU-Kritik derzeit sehr erfolgreich und in Meinungsumfragen schneiden deren Pläne, nach den Europawahlen im Frühjahr einen Block im Europaparlament zu bilden, gut ab.

Die einzige Möglichkeit, hier den Wind drehen zu können, so Van Rompuy, sei eine positive Botschaft zu Europa zu vermitteln. Er gibt den traditionellen Parteien in den EU-Mitgliedsländern den Rat, positiver über die Union und über Europa im Allgemeinen zu sprechen:

„Wie kann man verlangen, dass die Bürger an die europäische Sache glauben, wenn ihre Regierungen selber daran Zweifel hegen, Kritik äußern und alle Schuld für ihre eigenen Fehler auf die EU abwälzen, statt selber Verantwortung zu übernehmen?“

Van Rompuys Mandat läuft aus

Ende November 2014 läuft das Mandat für den belgischen EU-Vorsitzenden aus. Es wird also ein anderer das Amt von Herman Van Rompuy übernehmen. Er selbst, Mitglied der flämischen Christdemokraten CD&V und der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, macht sich keine Sorgen darüber, dass man keinen Geeigneten für das nächste Mandat finden könnte:

„Die, die glauben, dass sie unverzichtbar sind, täuschen sich. Wer es sein wird, weiß ich nicht. Doch sie können sicher sein, dass irgendjemand mein Amt schon übernehmen wird“, so Van Rompuy in seiner unnachahmlich neutralen Art und Weise.