Van Dyck-Gemälde in BBC-Programm entdeckt

In der TV-Sendung „Antiques Roadshow“ auf BBC 1 ist ein originales Gemälde des flämischen Malers Antoon van Dyck entdeckt worden. Das Bild gehörte einem Geistlichen, der in Derbychire (Peak District) ein Seniorenheim leitet. Pater Jamie MacLeod wollte das Werk verkaufen, um damit die Glocken seiner Kapelle zu renovieren. Doch er wusste nicht, welchen Wert er da in seinem Besitz hatte.

Das Gemälde, um dass es sich hier handelt, scheint zur Vorbereitung eines Portraits von sieben Brüsseler Magistraten angefertigt worden zu sein. Dieses Portrait von Antoon van Dyck stammt letztendlich aus dem Jahr 1634. Jamie MacLeod erwarb das Bild in einem Antiquitätengeschäft für 400 britische Pfund (rund 480 €) dafür. Heute beläuft sich der geschätzte Wert des Gemäldes auf rund 400.000 Pfund (480.000 €).

Es war die Moderatorin der BBC 1-Sendung „Antiques Roadshow“, Fiona Bruce, der das Bild aufgefallen war, als es Pater MacLeod im Juni im Rahmen des Programms zu einem Museum in Glostershire brachte (Foto oben), wo alte Schätzchen vor laufender Kamera geschätzt werden. Im gleichen Monat wurde die Sendung ausgestrahlt und das Bild zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Danach wurde es restauriert. Das auf Vordermann gebrachte Werk wird an diesem Sonntagabend im Jahresrückblick der Sendung „Antiques Roadshow“ auf BBC 1 um 20 Uhr (MEZ) - 19 Uhr (GMT) enthüllt.

Antoon van Dyck (Antwerpen, 22. März 1599 - London, 9. Dezember 1641) hatte Malerfürsten, wie Pieter Paul Rubens oder Jacob Jordaens als Lehrmeister. Sein Talent als Portraitmaler machte bei den damaligen Königshäusern schnell die Runde und König Charles I. von England holte ihn auf die Insel. Dadurch wurde er auch in Großbritannien sehr berühmt. Nach einem Ritterschlag durfte sich der aus Antwerpen stammende Künstler sogar „Sir“ nennen.

Vor einiger Zeit sorgte ein Selbstportrait Antoon van Dycks, dass er kurz vor seinem Tod gemalt hatte, in England für Polemik gesorgt. Das Gemälde (kleines Foto) wurde an einen Sammler verkauft, der es außer Landes bringen wollte. The National Portrait Gallery in London ruft inzwischen landesweit zu Spenden auf, um das Bild kaufen und in England halten zu können. Dazu müssen allerdings 12,5 Mio. Pfund (fast 15 Mio. €) zusammenkommen…

Link zur Sendung „Antiques Roadshow portrait revealed to be by Van Dyck” auf der BBC-Webseite.

AP2009