2013: Pleitenrekord in Belgien

2013 sind 12.306 Firmen in Belgien Bankrott gegangen. Das ist die höchste Zahl, die es je hierzulande gegeben hat und 11,35 Prozent mehr als 2012, was auch schon ein Rekordjahr war. Das sagt das Handelsinformationsbüro Graydon.

Eine direkte Folge der Firmenpleiten waren 27.912 Jobs, die dabei verloren gingen. 

Eines von 80 aktiven Unternehmen musste 2013 Konkurs anmelden. Hinter der Statistik stecken große regionale Unterschiede. 

In Flandern handelt es sich um ein aktives Unternehmen auf 98, während es in Wallonien um eines auf 80 geht und in Brüssel um eines auf 45.

Die Zunahme von Firmenpleiten ist im Vergleich zum letzten Jahr viel stärker in Wallonien (+13,92 Prozent) und Brüssel (+17,65 Prozent) als in Flandern (+6,75 Prozent).

Hotel-, Gaststätten- und Kaffe-Gewerbe besonders getroffen

Laut Graydon seien alle Sektoren betroffen, aber manche mehr als andere. So steht das Hotel-, Gaststätten und Kaffeegewerbe an der Spitze mit einer Pleite pro 24 aktiven Betrieben. Im Transportwesen ist das eine Firma auf 35, im Bausektor ein Betrieb auf 52, beim Einzelhandel ein Geschäft auf 55 und im Großhandel ein Unternehmen auf 59. Laut Graydon würden vor allem kleine und mittlere Unternehmen von der Pleitewelle erfasst, allerdings seien  auch einige sehr große Firmen 2013 pleite gegangen. Im Vergleich zu 2012 steige der voraussichtliche Arbeitsplatzverlust um 5,61 Prozent auf 27.912 Jobs an. Auch das ist ein Rekord.

Graydon zufolge müssten wir für das Jahr 2014 mit einer weiteren Zunahme von Firmenpleiten rechnen. "Schon jetzt dürfen wir davon ausgehen, dass das heutige schwarze Rekordjahr 2014 nochmals gebrochen wird. Allerdings wird die scharf ansteigende Kurve des abgelaufenen Jahres langsam flacher", heißt es bei Graydon.

Als Grund für die hohe Zahl von Firmenpleiten nennt Graydon die vielen Firmenneugründungen der letzten Jahre, darunter viele wenig robuste Unternehmen. Graydon habe festgestellt, dass bis Juni 2010 ca. 40 Prozent aller Pleiten Unternehmen traf, die noch keine fünf Jahre alt waren. Seit 2011 finde jedoch eher eine Wende statt: Der Anteil von älteren Unternehmen an der Gesamtzahl habe jeden Monat weiter zugenommen. Und dieser Trend habe sich 2013 voll und ganz durchgesetzt, heißt es bei Graydon noch.