Was verändert sich ab 1. Januar in Belgien?

Im neuen Jahr wird vieles teurer, aber auch einiges günstiger hierzulande. So dürfen Honorare für Haus- und Fachärzte ab dem nächsten Jahr um 1,39 Prozent ansteigen und wer mit seinem Auto durch den TÜV muss, sollte auch mehr Geld als bislang einstecken haben. Günstiger werden hingegen Generika. Ein neues Jahr bedeutet auch neue Regeln. Zum Beispiel gelten ab dem 1. Januar 2014 strengere Regeln für das Auffangen von Regenwasser und künftig riskieren schon 14-Jährige für das Sprühen von Graffiti an Hauswände ein Bußgeld. Ab dem 15. Januar werden übrigens belgische Mahlzeitschecks nicht mehr in unseren Nachbarländern akzeptiert. Lesen Sie hier eine Übersicht einiger Veränderungen.

Vieles kostet mehr

In vielen Bereichen erhöhen sich die Preise im nächsten Jahr.

So wird die Trinkwasserrechnung für Familien in 171 Gemeinden in Flämisch-Brabant, Limburg, Ost- und Westflandern 2014 im Durchschnitt 6 Euro höher ausfallen als im abgelaufenen Jahr. Ihr Versorger, De Watergroep, erhöht jedenfalls die Tarife für Trinkwasser und die Fixgebühr. Das hat Kathleen De Schepper, die Sprecherin von De Watergroep (der ehemaligen flämischen Gesellschaft für Wasserversorgung) wissen lassen.

Ab 1. Januar 2014 wird auch Ihre mit Dienstleistungsschecks vergütete Putzhilfe teurer. Der Preis für diese Dienstleistungsschecks, mit denen wir unsere vom belgischen Staat subventionierte Haushaltshilfe entlohnen, steigt von 8,50 Euro für eine Stunde auf 9 Euro pro Scheck für die ersten 400 gekauften Dienstleistungsschecks und von 9,50 auf 10 Euro pro Scheck für weitere 100 Dienstleistungsschecks. Für eine Familie bedeutet das, dass 800 Dienstleistungsschecks für 9 Euro pro Scheck und 200 für 10 Euro pro Scheck eingekauft werden dürfen.

Falls Sie mehrere Neujahrsgrüße mit der Post versenden möchten, kaufen Sie die Briefmarken hierfür lieber noch am heutigen 31. Dezember. Ab dem morgigen 1. Januar werden nämlich Briefmarken im Zehnerpack und für Inlandsbriefe um 3 Cent teurer. Eine Inlandsbriefmarke mit Vorteilstarif kostet statt 67 Cent künftig nämlich 70 Cent. Einzelmarken für das Inland und für Standardbriefe kosten weiterhin 77 Cent.

Für Standardbriefe ins Ausland werden die Briefmarken auch teurer. Beim Ankauf von mindestens fünf Briefmarken für Europa zahlt der Kunde statt bisher 1,03 ab dem 1. Januar 1,07 Euro pro Marke und für standardisierte Briefe in den Rest der Welt statt 1,24 künftig 1,29 Euro. Selbst der Stückpreis steigt von 1,13 auf 1,17 Euro und von 1,34 auf 1,39 Euro.

Die Honorare für Haus- und Fachärzte dürfen ab dem nächsten Jahr um 1,39 Prozent steigen und wer mit seinem Auto durch den TÜV muss, sollte ebenfalls mehr Geld als bislang einstecken haben.

Die Tarife für die technische Autoüberprüfung werden dem Index angepasst und somit steigen die Preise im Durchschnitt um 3%. Die Anpassung an den Index wurde am Montag offiziell bekannt gegeben und von der Goca, dem Verband der eingetragenen Unternehmen, die zur Fahrzeugkontrolle berechtigt sind, bestätigt. 2012 seien die Tarife im Durchschnitt um 6% angestiegen, heißt es noch.

Ein Anwalt kostet direkt 21 Prozent mehr, weil man künftig MwSt für einen Großteil seiner Leistungen bezahlen muss. Da unsere Versicherungen meistens die Rechtshilfe eines Anwalts umfassen, werden also auch unsere Versicherungspolicen teurer.

Was wird billiger?

Konkret werden die 20 am häufigsten in Belgien verkauften Generika um 2,5 Prozent billiger.

Wer 2014 gleichzeitig seine Wände isolieren und die Fenster durch Hochleistungsglas ersetzen möchte, sollte dies tun, denn er kann eine höhere Energieprämie beantragen. Die Prämie für den Ersatz von Einfachverglasung wird auf 48 Euro pro Quadratmeter aufgestockt (mit einer Höchstgrenze von 1.680 Euro) und die Prämie für den Ersatz von Doppelbeglasung steigt auf 60 Euro pro Quadratmeter (mit einer Höchstgrenze von 2.100 Euro).

Einige neue Regeln ab 2014

Belgische Mahlzeitschecks werden ab dem 15. Januar nicht mehr in unseren Nachbarländern akzeptiert.

Belgische Schecks, die die Geschäfte an der niederländischen, deutschen und französischen Grenze dennoch akzeptieren, werden nicht mehr zurückerstattet.

Außerdem gelten ab dem 1. Januar 2014 strengere Regeln für das Auffangen von Regenwasser und die Regenwasserversickerung.

Die Bußgelder bei asozialem Verhalten können ab 1. Januar von 250 Euro auf 350 Euro für Erwachsene und von 125 Euro auf 175 Euro für Minderjährige erhöht werden. Künftig riskiert man für das Sprühen von Graffiti an Hauswände oder das Wegwerfen einer Dose bereits ab 14 Jahre ein Bußgeld.

Übrigens kann man ab dem nächsten Jahr Beträge über 3.000 Euro nicht mehr cash bezahlen, damit die Regierung die Geldströme besser kontrollieren kann.

Die Energienormen für Neubauten werden strenger und zu guter letzt raten Wirtschaftswissenschaftler von BNP Paribas Investment und von KBC den Anlegern ab, in Gold oder Grundstoffe zu investieren.

Gold sei laut der Wirtschaftswissenschaftler immer noch viel zu teuer. Aufgrund der Ruhe an den Finanzmärkten habe es seinen Status der sicheren Anlage verloren. Grundstoffe kämpften wiederum mit Überschüssen, was sich in den Preisen niederschlage.