Lösung für lesbische Co-Elternteile in Sicht

Lesbische Frauen, die ein Kind mit ihrer Partnerin haben, sollen das Kind in Zukunft nicht erst adoptieren müssen, sondern direkt nach der Geburt offiziell als ebenbürtiger Elternteil wie die leibliche Mutter auftreten können. In diesem Sinne bereiten Parlamentarierinnen der flämischen Christdemokraten CD&V und Liberalen Open VLD eine Gesetzesänderung vor.

Innerhalb einer lesbischen Beziehung hat die Partnerin der biologischen Mutter heute weniger Rechte als ein heterosexueller Mann als Partner hätte.
Wer als lesbischer Co-Elternteil des Kindes anerkannt werden will, muss das Kind seiner Partnerin adoptieren - ein langwieriger Vorgang.

Justizministerin Annemie Turtelboom (Open VLD) hatte bereits einen Gesetzentwurf vorbereitet, um lesbischen Partnerinnen die Möglichkeit zu geben, das Kind bereits bei der Anmeldung auf dem Standesamt anzuerkennen. Soweit wollten die christdemokratischen Parteien im Norden und Süden des Landes jedoch nicht gehen.

Die flämische Abgeordnete Sonja Becq (Foto) hat einen eigenen Vorschlag erarbeitet, der einerseits durch die Anerkennung der nichtbiologischen Mutter in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung rechtliche Sicherheit signalisieren soll, auch gegenüber den Kindern.
Andererseits will Becq in ihrem Vorschlag festlegen, dass Kinder höchstens von zwei Eltern anerkannt werden dürfen und nicht beispielsweise von zwei Müttern und einem biologischen Vater.

Der rechtliche Status des "zweiten" Vaters in einer schwulen Beziehung wird in diesem Gesetzesvorschlag nicht zur Sprache gebracht.