Emissionshandel: Flandern kauft "saubere Luft"

Die flämische Landesregierung will für 16 Mio. € saubere Luft im Ausland erwerben. Ziel dieses Ankaufs von Emissionsrechten ist der Versuch, darüber den Schadstoffausstoß des belgischen Bundeslandes auf EU-Ebene auf Norm zu bringen. Flandern investiert damit im Ausland in den Klimaschutz. Doch zuhause herrscht weiter „dicke Luft“.

Flanderns Landesumweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) nennt den Ankauf von Schadstoff-Ausstoßrechten durch Investitionen in den Klimaschutz im Ausland eine Ergänzung dessen, was man im eigenen belgischen Bundesland unternehme: „Der Fokus liegt auf internen Maßnahmen, um den Ausstoß zu verringern. Aber, wir haben im flämischen Klimaplan vorgesehen, dass wir einen Teil der Maßnahmen durch Investitionen in Projekte im Ausland umsetzen.“

Nach Angaben des flämischen Umweltschutzbundes BBL sündigt die flämische Landesregierung damit gegen den eigenen Klimaplan und die Möglichkeit, im eigenen Land den CO2-Ausstoß von 70 auf 42 % zu senken, werde verfehlt. Mathias Bienstman vom BBL sagte dazu gegenüber der flämischen Tageszeitung De Standaard: „Die flämische Regierung kauft sich lieber aus ihrer Klimaschuld heraus, als zu versuchen, den Ausstoß von Schadstoffen selbst zurückzudrängen.“