Gefilmter Raser meldet sich selbst bei der Polizei

Der BMW-Raser, der an Silvestertag von einem bedrängten LKW-Fahrer mit dessen Dashcam gefilmt worden ist, hat sich bei der Polizei gemeldet. Dort gab er an, die Bilder seien manipuliert und der LKW-Fahrer habe selbst Verkehrsvergehen begangen. Inzwischen trafen aber weitere Filme ein, die den Raser bei wilden Aktionen auf der Autobahn zeigen.

Das Dashcam-Video des Fahrers eines Kleinlasters zeigt einen schwarzen BMW, der den LKW in vollem Tempo rechts überholt und dann den Weg abschneidet. Danach bremst der Sportwagen mehrmals scharf ab und der Brummifahrer kann einen Unfall sichtbar vermeiden.

Die Bilder wurden über Facebook tausende male abgerufen und die Polizei machte sich auf die Suche nach dem Raser. Dieser meldete sich jetzt selbst bei der Polizei und beschuldigte den LKW-Fahrer in seiner Aussage der Manipulation dieser Videobilder. Zudem soll dieser sich gefährlich verhalten haben und nicht er, der BMW-Fahrer.

Doch inzwischen meldeten sich auch andere Fahrer, denen der Raser am 31. Dezember auf der Autobahn gefährlich in die Quere gekommen war. Dazu tauchte auch mindestens ein weiteres Video auf, dass den gleichen Wagen zeigt.

Der Raser ist der Polizei übrigens bekannt. Er gilt als notirischer Schnellfahrer und hat bereits eine lange Liste von Strafen und Bußgelder auf seinem Konto. Zudem hat er verschiedenen Medienberichten zufolge mindestens vier Unternehmen in die Pleite geführt und gegen ihn laufen Klagen wegen Betrug.

Wie rechtskräftig sind Videobilder im Internet?

Der Vorfall wirft einige Fragen zum Thema Videos im Internet auf. Der bedrängte Kleinlasterfahrer hatte das Video seiner am Armaturenbrett befestigten Kamera über Facebook seinem Freundeskreis zeigen wollen. Dabei hatte er die Autonummer des BMW nicht verfremdet. Ob dieses Video, das vor den entsprechenden polizeilichen Ermittlungen bereits im Internet stand, als Beweis standhalten kann, ist nach der Gesetzeslang zum Schutz des Privatlebens fraglich. Deshalb ist die Tatsache interessant, dass ein weiterer betroffener Fahrer sein Video direkt der Polizei übermittelt hat und nicht ins Netz stellte.

Wie trügerisch solche Videos im Internet über soziale Netzwerke sind, zeigt die Geschichte eines Juweliers aus Hasselt. Dieser fährt einen schwarzen BMW des gleichen Typs, wie der des oben angeführten Rasers. Leider wurde er von Facebook-Nutzern fälschlicherweise als der Raser identifiziert. Danach folgten wüste Beschimpfungen und Bedrohungen über die sozialen Netzwerke und auch Kunden aus seinem Geschäft beschimpften ihn und gaben an, dort nicht mehr einzukaufen. Der unschuldige Betroffene reichte inzwischen Klage gegen die Verdächtigungen ein - u.a. wegen Geschäftsschädigung.